21:34 22 November 2017
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    Russlands Außenminister Sergej Lawrow

    Truppenabzug aus Syrien: US-Aussagen verstoßen gegen Genfer Vereinbarungen – Lawrow

    © Sputnik/ Ilya Pitalev
    Politik
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    Russlands Außenminister Sergej Lawrow hat die jüngsten Aussagen des amerikanischen Verteidigungsministers James Mattis kommentiert, wonach die USA nicht vorhaben, ihre Militärs aus Syrien abzuziehen.

    „Erst gestern habe ich die Erklärungen des Verteidigungsministers Mattis gehört, dass die USA aus Syrien nirgendwohin gehen, bis sie feststellen, dass der politische Prozess in eine richtige Richtung läuft“, sagte Lawrow.  

    „Für die richtige Richtung halten die USA bekanntlich sowieso den Regimewechsel. Obwohl sie keinen vorläufigen Rücktritt von Baschar al-Assad fordern. Dies alles verstößt gegen die Genfer Vereinbarungen, dies alles verstößt gegen jene Erklärungen seitens der Leitung des US-Außenministeriums, die ich nun zitiert habe, laut denen es das einzige US-Ziel in Syrien ist, gegen den Terrorismus zu kämpfen“, erläuterte Russlands Außenminister.

    Entsprechende Fragen habe die russische Seite an amerikanische Kollegen gestellt und warte darauf, dass die USA eine offene, ehrliche und verständliche Position entwickeln würden.

    Der Pentagon-Chef hatte zuletzt erklärt, dass die Uno den amerikanischen Militärs angeblich erlaubt habe, Luftangriffe gegen die Stellungen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS, auch Daesh) in Syrien zu fliegen. Den Abzug von US-Truppen aus Syrien brachte Mattis zudem in Verbindung mit den Erfolgen des Genfer Prozesses zur Regelung der Krise im Land. Er behauptete, ein derartiges Vorgehen hänge mit der Notwendigkeit zusammen, jegliche Möglichkeiten zur Bildung eines „IS 2.0“ zunichte zu machen.

    Zuvor hatte der syrische Vize-Außenminister Faisal Mekdad erklärt, dass die Anwesenheit von US-Militärs im Land „illegal und unzulässig“ sei, da sie nicht von der Regierung gebilligt worden sei. Washington solle demnach seine Soldaten abziehen, sonst werde die syrische Armee diese als feindliche Streitkräfte betrachten.

    Die von den USA geführte Koalition fliegt nach eigener Darstellung seit August vergangenen Jahres Luftangriffe gegen IS-Stellungen in Syrien und im Irak. In Syrien geht sie ohne Zustimmung der dortigen Regierung vor. Doch bleiben die Bombardements ohne Wirkung: In den vergangenen Monaten hatte der IS sogar expandieren können.

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    Tags:
    Truppenabzug, James Mattis, Sergej Lawrow, Russland, Syrien, USA
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