21:32 22 November 2017
SNA Radio
    Evakuierung der Al-Qaida-Kämpfer und ihre Familien (Symbol)

    „Schmutziger Deal“ von US-Koalition ermöglichte IS-Massenexodus – britischer Sender

    © AP Photo/ Syrian Central Military Media
    Politik
    Zum Kurzlink
    23107608322

    Nach Angaben des Senders BBC hat ein Geheimabkommen zwischen der von den USA und Großbritannien angeführten Koalition und dem Islamischen Staat die Flucht von hunderten Kämpfern, mehreren berüchtigten Warlords der Terrororganisation sowie deren Familien aus Rakka ermöglicht.

    Im vergangenen Monat sei ein kilometerlanger Konvoi mit den berüchtigtsten Mitgliedern des IS aus der umkämpften und im Oktober befreiten syrischen Stadt Rakka geflüchtet. Einige von ihnen hätten sich bereits in ganz Syrien verteilt und es sogar bis in die Türkei geschafft.

    Laut der BBC-Recherche unter dem Titel „Rakkas schmutziges Geheimnis“ sei der IS-Abzug bei einem Deal der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDK) und der US-geführten Anti-IS-Koalition ausgehandelt worden.

    Trotz Versprechens des Pentagons, keine ausländischen Kämpfer laufenzulassen, sollen auch dutzende Milizen mit fremder Staatsangehörigkeit geflüchtet sein.

    ​Für den Abzug seien LKW- und Busfahrer angeheuert worden. Einer der Fahrer des Konvois, Abu Fawzi, berichtet gegenüber dem Sender über den Abzug. Für den Auftrag seien ihm tausende Dollar versprochen worden, alles sollte lediglich sechs Stunden dauern. Stattdessen sei der Fahrer drei Tage lang, vom 12. bis 15. Oktober, in einem Konvoi mit hunderten IS-Kämpfern sowie Tonnen von Waffen durch die Wüste gefahren. Bis heute haben weder er noch andere Fahrer das versprochene Geld bekommen.

    Ein weiterer Fahrer berichtet, dass die Kolonne  bis zu sechs Kilometer lang gewesen sei — 50 Lkw, 13 Busse und mehr als 100 Fahrzeuge der Terroristen. Einige Trucks seien mit Sprengstoff und Munition beladen worden. Insgesamt seien, so BBC, 250 IS-Kämpfer und rund 3500 ihrer Familienmitglieder aus Rakka geschleust worden.

    Nach Veröffentlichung der Recherche habe ein Sprecher der US-geführten Koalition, Ryan Dillon, gegenüber dem Sender den Deal einräumen müssen. „Eigentlich wollten wir niemand rauslassen“, zitiert ihn BBC. Unter dem Druck der örtlichen Behörden und von SDK sei man dann aber eingeknickt, um unnötige Opfer zu vermeiden.

    Im Oktober hatten die Syrischen Demokratischen Kräfte mit Hilfe der US-Koalition Rakka für befreit erklärt. Es sei der „entscheidende Sieg“ im Kampf gegen den Islamischen Staat gewesen, ließ US-Außenminister Rex Tillerson damals verlauten.

    Zum Thema:

    Pentagon-Chef nennt Bedingung für Abzug von US-Truppen aus Syrien
    Kreml zu Erdogans Bitte um Truppenabzug aus Syrien: "Details geben wir nicht preis"
    Nach Putin-Trump-Erklärung: Israel erläutert seine Position zu Syrien
    Tags:
    Deal, Hilfe, Demokratische Kräfte Syriens (SDF), IS, USA
    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren