21:33 22 November 2017
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    Bataillon „Asow“Neurekrutierte Asow-Kämpfer auf zentralem Platz in Kiew

    „‘Asow‘ will Europa erobern“ – Nazismus in der Ukraine für EU plötzlich real

    © AP Photo/ Sergei Chuzavkov © Sputnik/ Evgeny Kotenko
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    Das ukrainische Nazi-Bataillon „Asow“ ist für Menschenrechtsverletzungen, Folter und Verbrechen gegen Zivilisten im Donbass-Krieg berüchtigt. Wie der Spiegel am Samstag berichtete, wirbt das Regiment nun ausgerechnet in Deutschland um neue Mitglieder. Der russische Politologe Wladimir Kornilow hat für Sputnik „Asows“ Ziele und Methoden kommentiert.

    Wie das Nachrichtenmagazin Der Spiegel vor wenigen Tagen berichtete, wirbt das ukrainische Nazi-Bataillon „Asow“ systematisch „mit Flyern auf Neonazi-Veranstaltungen“ um neue Kämpfer aus EU-Staaten und bekommt anscheinend regen Zulauf.

    Vor allem aus Deutschland würden zunehmend junge radikale Männer in die Reihen des Neonazi-Bataillons eintreten, um gegen die beiden selbsternannten Volksrepubliken Donezk und Lugansk im Osten der Ukraine zu kämpfen sowie – so ihre Weltsicht – um „Europa vor dem Aussterben" zu bewahren.

    Laut dem Spiegel steigt dabei die Zahl der ausländischen Söldner in dem Bataillon unaufhörlich. Wären es im Jahr 2014 noch 850 gewesenen, würden die Sicherheitsbehörden nun von über 2.500 rechtsradikalen Kämpfern ausgehen.

    Der Grund für den regen Zulauf sei dabei klar: „eine Rekrutierungsoffensive für eine ‚Rückeroberung Europas‘“.

    Die PR-Offensive, die vor allem unter deutschen Neonazis stattfinden würde, beinhalte die Verteilung von deutschsprachigen Flyern auf Neonazi-Veranstaltungen, wie etwa auf Rechtsrockkonzerten, oder auch gezielte Werbung in sozialen Netzwerken.

    So seien etwa im Juli auf einem Rechtsrock-Festival im thüringischen Themar, wo schätzungsweise 6.000 Rechtsradikale teilgenommen hätten, Flugblätter auf Deutsch von „Asow“-Kämpfern verteilt worden. Diese hätten das Eintreten „in die Reihen der Besten“ propagiert. Nun könne man auf sozialen Netzwerken Deutsche finden, die „ihre Zugehörigkeit zu Asow stolz präsentieren“.

    Laut dem russischen Politologen Wladimir Kornilow werden die Rechtradikalen des „Asow“-Regiments ihre Ideen durch solch eine Rekrutierungsoffensive schrittweise weiter in die Realität umsetzen.

    „‘Asow‘ hat nie verheimlicht, dass sich seine Ziele nicht auf den Donbass beschränken“, unterstreicht Kornilow.

    Die Ideologie des Regiments sehe ganz klar vor, „die Macht des weißen Mannes auf das ganze Weiße Europa auszudehnen“, so der Experte weiter. Die westeuropäischen Staaten seien daher klar in die Vision von „Asow“ einbezogen.

    Die Rekrutierung der jungen radikalisierten Männer aus der EU sei daher ein konsequenter Schritt der Nazi-Miliz.

    Das größte Problem sei dabei aber vermutlich nicht einmal das Vorgehen des Bataillons selbst, sondern die „zahnlose Politik“ der EU.

    „Ja, sie (die EU – Anm.d.Red.) haben lange Zeit ihre Augen vor dem Nazismus verschlossen oder haben geschrien, dass es alles ‚russische Propaganda‘ sei, der man nicht glauben darf“, unterstreicht der Politologe.

    Doch nun würden einer großen europäischen Zeitung nach den anderen „die Augen aufgehen“: Nazis gibt es in der Ukraine wirklich.

    „Das ist ein erneuter Beweis dafür, dass wir recht hatten, während die europäischen Medien dreist gelogen haben“, konstatiert der Experte abschließend.

    Das Freiwilligenbataillon „Asow“ wurde im Frühjahr 2014 von nationalistischen Politikern gegründet und ist dem ukrainischen Innenministerium direkt unterstellt. Andrij Bilezkyj, rechtsextremer Politiker und Kommandeur des Nazi-Bataillons, wurde 2014 vom ukrainischen Innenminister persönlich mit dem Rang eines Oberstleutnants ausgezeichnet.

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    Freiwilligenbataillon, Rekrutierung, Neonazis, Bataillon Asow, Donbass, Deutschland, Ukraine
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