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06:51 16 Oktober 2019
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    Russische Anti-Doping-Agentur RUSADA

    Rusada bleibt suspendiert – Moskau kommentiert WADA-Entscheidung

    © Sputnik / Vladimir Pesnya
    Politik
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    Die russische Anti-Doping-Agentur (Rusada) bleibt laut der jüngsten Entscheidung der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) suspendiert.

    Die russische Seite hat laut Mitgliedern des Rates zwei Hauptforderungen nicht erfüllt: Erstens sollte Russland den Bericht von Ermittler Richard McLaren anerkennen, zweitens sollte die WADA Zugang zu Doping-Proben bekommen, die in einem Moskauer Laboratorium versiegelt sind. Somit hat sich die WADA geweigert, die russische Anti-Doping-Agentur für konform mit den WADA-Regeln zu erklären und wieder in ihre Rechte einzusetzen.

    Der Präsident des Olympischen Komitees Russlands, Alexander Schukow, der an der Sitzung teilnahm, hatte zuvor gesagt, dass die russische Seite die Ergebnisse des McLaren-Berichts überhaupt nicht akzeptieren könne. Er rief dazu auf, Rusada die Vollmachten zurückzugeben, weil die Organisation völlig reformiert worden sei, eine neue Leitung habe und komplett unabhängig von der Regierung sei.

    Nach Bekanntgabe der WADA-Entscheidung sagte Schukow, dass dies die Teilnahme der „sauberen“ Sportler an jeglichen Wettbewerben nicht verhindern werde. Die Entscheidung über die Rusada solle man nicht mit der bevorstehenden Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) über die Zulassung der russischen Sportler zu den Olympischen Spielen in Pyeongchang verbinden.

    Gleichzeitig warf Schukow dem WADA-Komitee unter der Leitung von Jonathan Taylor, das die Compliance-Struktur überarbeiten soll, vor, dass es Gründe fingiere, um die Rusada nicht in ihre Rechte einzusetzen.

    Russlands Sportminister Pawel Kolobkow sagte dazu:

    „Die zwei Forderungen (der WADA – Anm. d. Red.) haben offenbar einen politischen Charakter. Wir wollen einen Dialog und kein Diktat. Russland verdient ein anderes Verhalten.“

    Die jüngste WADA-Entscheidung kommentierte auch der russische Vizepremier Witali Mutko: „Niemand hat eine andere Entscheidung erwartet. Diese wurde von Ausschüssen und entsprechenden, gut informierten Medien annonciert. Es gibt keine neuen Entscheidungen für uns. Und dass diese ohne Einwände fiel, ist vielleicht nicht so schlecht.“ Er betonte:

    „Die Wiederzulassung der Rusada und die Teilnahme der Mannschaft an der Olympiade sind zwei unterschiedliche Sachen, sind nicht miteinander verbunden.“

    „Durch die Entscheidung hat sich nichts geändert. Die Rusada funktioniert. Eine andere Sache sind die Kriterien. Aus unserer Sicht wurden sie in Russland erfüllt. Und die zusätzlichen und bewusst nicht erfüllbaren zwei Punkte sprechen dafür, dass man nicht den Wunsch hatte, die Rechte wieder zu gewähren“, so Mutko abschließend.

    Am 12. September hatte die WADA angekündigt, 95 der ersten 96 untersuchten Fälle von angeblich gedopten russischen Athleten aus dem Bericht von Ermittler Richard McLaren nicht mehr zu verfolgen. Die verfügbaren Beweise seien unzureichend für die Behauptung, dass diese 95 Athleten gegen die Anti-Doping-Richtlinien verstoßen hätten.

    Der kanadische Anwalt Richard McLaren hatte 2016 eine Ermittlung im Auftrag der WADA vorgestellt. Danach sollen in Russland zwischen 2011 und 2015 mehr als 1000 Sportler von Doping-Vertuschungen profitiert haben, darunter bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi. Im November dieses Jahres werden die abschließenden Ergebnisse erwartet. Im Anschluss sollen gegebenenfalls Sanktionen verhängt werden. Die WADA hatte bis zuletzt einen Ausschluss der russischen Mannschaft von den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang gefordert.

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    Tags:
    Entscheidung, Suspendierung, IOC, Russische Anti-Doping-Agentur (RUSADA), Welt-Antidoping-Agentur (WADA), Pawel Kolobkow, Witali Mutko, Alexander Schukow, Russland