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12:42 14 Oktober 2019
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    US-Präsident Donald Trump und George Washington auf dem Hintergrund (Archiv)

    Wie die USA eine Bürde loswerden, die „nicht einmal sie inzwischen tragen können“

    © REUTERS / Joshua Roberts
    Politik
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    Unter Donald Trump werden die USA ihre Verpflichtungen im Sinne der globalen Führung zum Teil los und gehen egoistischer vor. Darauf weist der russische Auslandsexperte Fjodor Lukjanow gegenüber Sputnik hin – und liefert eine Prognose, was nach Trump kommt.

    Die Logik, die sich nach dem Kalten Krieg zunächst etabliert hatte, war laut Lukjanow wie folgt: „Die USA stehen im Zentrum der Welt und wissen, wie es gehen soll, weil sie im Kalten Krieg gesiegt haben.“

    „Die Steuerbarkeit von Weltvorgängen durch die Vereinigten Staaten ging jedoch allmählich zurück. Es entstanden neue Probleme. Wenn man jedes davon vereinzelt betrachtet, waren sie nicht fatal (obwohl oft überraschend). Dies unterschied sich von der einstigen existenziellen Herausforderung durch die Sowjetunion – nun war etwas im Nahen Osten, etwas in Ostasien, etwas noch in Lateinamerika. Nichts davon schien einzeln in der Lage zu sein, an den Grundfesten zu rütteln, doch insgesamt nahm das Rütteln zu“, so Lukjanow.

    Amerikas Situation sei allmählich komplizierter geworden: „Die Müdigkeit von endlosen Problemen speicherte sich auf. Schließlich kam Donald Trump und stellte eigentlich fest, dass jene Weltordnung, die entstanden zu sein schien, gescheitert ist.“

    Trump pfeife auf jeglichen Anstand und sage in Klartext, dass er keine Globalisierung mehr wolle: „Die USA werden nun überschüssige Verpflichtungen los, die sie während der Zeit übernommen hatten, als sie eine globale Führung anstrebten, und zwar jene Verpflichtungen zur Aufrechterhaltung der Welt-Stabilität, zu den Garantien gegenüber ihren Verbündeten, aber auch die Verpflichtung, den bösen Kerlen den Hals umzudrehen.“

    „Zwar bringt eine weltweite Machtstellung viele Vorteile. Doch all dies ist zu einer Bürde mutiert, die nicht einmal die USA inzwischen tragen können“, formulierte der russische Auslandsexperte. Generell geht es nun aus seiner Sicht um eine „sehr gefährliche, aber absolut unvermeidliche“ Etappe: „Die Welt ist in die Phase einer fundamentalen Umgestaltung eingetreten.“

    „Wenn der Spruch ‚America first!‘ zu hören ist, wobei Amerika (ob dies uns gefällt oder nicht) die Weltatmosphäre derzeit bestimmt und mindestens in den nächsten paar Jahrzehnten das weiter tun wird, werden alle anderen zwangsläufig ebenfalls ‚first‘ sein (also an sich selbst denken) müssen“, prognostizierte Lukjanow.

    Er lieferte auch eine Prognose zu der Zeit nach Trump: „Ein solider Politiker wird kommen, der (wie einst Breschnew nach Chruschtschow) sagen wird, Trump habe als Abenteurer und Voluntarist viel angerichtet, doch nun sei alles vorbei und man werde wieder eine verantwortungsvolle Außenpolitik betreiben. In Wirklichkeit wird sich aber nichts ändern! Denn der Übergang zu einem freieren und einem generell egoistischeren Verhalten wird nicht zu Ende sein – dank Trump, dem man alles zuschieben wird.“

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    Tags:
    Zukunft, Prognose, Globalisierung, Donald Trump, USA