02:55 02 Juni 2020
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    Der russische Nato-Botschafter Alexander Gruschko hat die Nato-Länder vor einer Gefahr der Vergrößerung ihrer Militärhaushalte auf die beschlossene Höhe von zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts gewarnt.

    „Die gesamten Ausgaben von Europa werden dann bei etwa 400 Milliarden liegen, und diese Summe ist selbst vom Standpunkt einer wirklichen Analyse der Gefahren und Herausforderungen aus durchaus transzendent", betonte er in seiner Rede bei einer Veranstaltung zum 30. Jahrestag des russischen Europainstituts.

    Es bestehe eine große Gefahr, dass ein wesentlicher Teil dieser Geldmittel „nicht für die Terrorismusbekämpfung, sondern für den Kauf von Rüstungen für den sogenannten Kampf gegen einen großen Gegner ausgegeben" werde.

    Der russische Verteidigungsetat betrage rund 50 Milliarden US-Dollar (umgerechnet 42 Milliarden Euro — Anm. d. Red.), während die Militärausgaben aller europäischen Nato-Mitglieder zusammengenommen 270 Milliarden Euro ausmachten, sagte Gruschko.

    Zudem verwies er darauf, dass sich die Stärke der US-Truppen in Europa nach dem Abschluss der russisch-weißrussischen Militärübung „Zapad 2017" um das Doppelte bis Vierfache vergrößert habe. Demgegenüber hätten die russischen Truppen Weißrussland nach dem Ende des Militärmanövers verlassen, obwohl die Nato-Mitgliedsländer das im Voraus bezweifelt hätten, betonte Gruschko. Allerdings „gibt es in Weißrussland keine russischen Truppen", hob er hervor. 

    „Wozu gibt es Vertrauensmaßnahmen, wenn sie sich nicht auf die Politik auswirken?", wandte sich Gruschko an die Botschafter der europäischen Länder, die der Veranstaltung beiwohnten.

    Der gesamte Verteidigungshaushalt der Nato-Länder soll 2017 rund 946 Milliarden US-Dollar ausmachen. Dabei sollen allein die USA 683,4 Milliarden US-Dollar für Verteidigung ausgeben. 2014 hatten sich die Mitglieder des transatlantischen Militärbündnisses bei dem Gipfeltreffen in Wales verpflichtet, eine Erhöhung ihrer Verteidigungsausgaben auf zwei Prozent des BIP anzustreben. Dennoch kommen nicht alle Verbündeten dieser Verpflichtung nach.

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    Tags:
    Vergrößerung, Gefahr, Verteidigungsetat, Militärausgaben, NATO, Alexander Gruschko, Europa, USA, Russland