22:49 24 Februar 2020
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    Mit Hilfe einer starken Persönlichkeit an seiner Spitze hat Russland nach dem Zerfall der Sowjetunion vermocht, auf Augenhöhe mit den USA und China zu gelangen, meint der tschechische Staatspräsident Milos Zeman. In Europa könne man dagegen bis heute keinen souveränen Ansprechpartner finden.

    „Anfang der 1990er Jahre hat sich (in der ehemaligen UdSSR, Anm. d. Red.) eine Situation des Zerfalls ergeben. Ich möchte die Schuld dafür nicht Boris Jelzin oder sonst jemandem persönlich in die Schuhe schieben. Es fand ein Treffen in der Beloweschskaja Puschtscha statt, wo die Beteiligten nach reichlichem Alkoholkonsum beschlossen, dass (anstelle der Sowjetunion, Anm. d. Red.) selbständige Staaten entstehen“, sagte Zeman in einem Interview für den Sender „TV Barrandov“.

    Russlands Präsident Wladimir Putin (l.) und US-Präsident Donald Trump beim APEC-Gipfel in Vietnam
    © Sputnik / Michail Klimentjew

    Danach habe sich die zweite Phase des Zerfalls angebahnt – es ertönten Unabhängigkeitserklärungen aus einigen Regionen Russlands. „Um dies zu verhindern, um nicht alles mit einer Desintegration enden zu lassen, braucht jedes Land, Russland nicht ausgenommen, eine starke Persönlichkeit an der Spitze. Und da Russland eine so starke Persönlichkeit gefunden hat, begann es allmählich seinen Aufstieg – jetzt spielt Russland eine gleichberechtigte Rolle als Partner Chinas und der Vereinigten Staaten“, betonte Zeman.

    „Was jedoch Europa als Partner angeht, so ist die Frage von (Ex-US-Außenminister Henry) Kissinger noch immer relevant: ‚Wie lautet die Telefonnummer von Europa?‘ – eben deswegen, weil an der Spitze der EU immer noch keine starke, ich betone: keine starke Persönlichkeit steht“, fügte er hinzu.

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    Tags:
    Miloš Zeman, Wladimir Putin, USA, Russland