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    Meinung: Moskau und Peking reißen Washingtons Trauma auf

    CC BY 2.0 / The U.S. Army / south carolina
    Politik
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    Wer nicht mit uns ist, der wird weggebombt und dann mit Panzern plattgewalzt – so lautet die dominierende Einstellung in der US-Politik, sagt der Politologe Iwan Konowalow gegenüber „rueconomics“. Dieser Ansatz habe lange Zeit auch wirklich funktioniert, doch längst sei dem Pentagon klar: Die USA verlieren ihre Vormacht.

    Funktioniert habe diese Politik nur, „weil die Gegner der USA schwach waren“, so der Politologe laut dem Portal. Doch dann sei es geschehen: Vietnam. „Die gigantische Überlegenheit der US-Technologie konnte den Kampfgeist der Soldaten dieses Landes nicht brechen. Für die USA war die Niederlage ein Schock.“

    Aber dann kam der Zerfall der UdSSR. „Die US-Amerikaner wurden von einer Euphorie überrollt. Sie glaubten, als Hegemon könnten sie jetzt auf der ganzen Welt tun und lassen, was sie wollten.“ Doch das Problem der Vereinigten Staaten sei, so der Politologe, „dass sie es verlernt haben, mit ihren eigenen Händen zu kämpfen“.

    Jetzt, wo das Pentagon das Erstarken Russlands beobachtet, „kommen bei den US-Generälen Erinnerungen an Vietnam wieder hoch: Sie wissen, dass der Kampfgeist der russischen Soldaten nicht schwächer ist als bei den Vietnamesen in den Siebzigerjahren.“

    Wenn die USA nur nicht glauben würden, sie müssten die ganze Welt regieren – dann würden sie Russland und China auch nicht als Bedrohung wahrnehmen, sagt der Politologe. „Moskau und Peking stecken einfach nur die Regionen ab, wo sie geopolitische Interessen haben, und weiten dort ihren Einfluss aus. Einen Krieg gegen die USA planen sie nicht. China wäre dazu auch gar nicht bereit: Pekings letzte praktische Kampferfahrung ist der gescheiterte Krieg gegen Vietnam 1979.“

    Russland baue indes sein Armeepotential weiter auf. Bei bestimmten Teilstreitkräften – der Flugabwehr etwa – sei es den US-Technologien inzwischen voraus. „Bleibt dieser Trend, werden die US-Amerikaner sich ziemlich anstrengen müssen, um mithalten zu können. Genau deshalb tun sie alles, um Russlands Entwicklung zu bremsen: verhängen Sanktionen, üben politischen Druck aus.“

    Militärexperte Viktor Litowkin merkt an: Weil Moskau keinen Krieg wolle, werde Washington Situationen provozieren, „in denen eine kriegerische Auseinandersetzung sehr wahrscheinlich wird“. Dann werde Moskau – „um die Situation zu entspannen“ – Zugeständnisse an die US-Amerikaner machen müssen. „Eine sehr gefährliche Position. Wenn die US-Führung sie einnimmt, müssen wir mit weiteren Eskalationen gegen Russland rechnen“, so der Experte.

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    Tags:
    Problem, Krieg, Experte, Pentagon, China, Russland, USA