01:42 15 Dezember 2017
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    Bei der UN-Klimakonferenz in Bonn, 15. November 2017

    Trotz Ermahnung: Sexuelle Übergriffe bei Klimagipfel in Bonn gemeldet

    © AFP 2017/ John MACDOUGALL
    Politik
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    Beim Klimagipfel in Bonn sind die Delegierten über eine „Null Toleranz“-Politik in Bezug auf sexuelle Belästigungen informiert worden – erstmals in der 20-jährigen Geschichte der UN-Klimakonferenzen.Doch die Botschaft scheint nicht den gewünschten Effekt gehabt zu haben: Dennoch wurden mehrere Vorfälle gemeldet.

    „Es hat, soweit ich weiß, eine Reihe von Beschwerden hier in Bonn gegeben“, zitiert die Agentur AFP den Sprecher des Sekretariats der Uno-Klimarahmenkonvention, Nick Nuttall. Jener ging jedoch nicht auf Details der Beschwerden ein, auch machte er keine Angaben zu den mutmaßlichen Tätern. Offenbar wollten die betroffenen Personen laut ihm „keine weiteren formellen Schritte“ einleiten.

    Dies ist Medienberichten zufolge das erste Mal in der 20-jährigen Geschichte der UN-Klimakonferenzen, dass die Delegierten in Bonn über sexuelle Belästigungen informiert worden sind. Die Organisatoren sollen die Teilnehmer aufgerufen haben, jeden Vorfall den UN-Sicherheitsdiensten zu melden.

    Der Sex-Skandal um den prominenten Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein hatte zuvor eine Welle von Enthüllungen über sexuelle Belästigungen losgetreten: Mehr als Hundert Frauen haben das Schweigen gebrochen, und zwar nicht nur in Hollywood. In Großbritannien gab es bereits prominente Rücktritte – und auch im Europaparlament wurden Vorwürfe der sexuellen Belästigung gegen Abgeordnete erhoben.

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    Klima, sexuelle Belästigung, Gipfel, Bonn, Deutschland