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    Das russische Atom-U-Boot Juri Dolgoruki

    Jagd auf russische Schiffe, die sich nicht verstecken – London will Drohnen einsetzen

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    Die britische Marine will in naher Zukunft ihre U-Boote mit Spezialdrohnen ausrüsten, die russische Kriegsschiffe aufspüren sollen, berichtet die Zeitung „Daily Mail“. Der militärische Mehrwert dieser unbemannten Flugobjekte lässt sich jedoch aufgrund früherer „Aufdeckungen“ erheblich anzweifeln.

    Wie das Blatt schreibt, soll die geräuschlose Drohne „Outrider“ direkt unter Wasser gestartet und in einem Spezialbehälter zunächst bis an die Wasseroberfläche gebracht werden. Erst dann würde sich der Container öffnen und die Drohne in die Luft starten.

    „Outrider“ soll dann hochauflösende Bilder russischer Schiffe an die U-Bootbesatzung schicken, damit diese richtig auf die „Gefahr“ reagieren könne. Auch sollen so russische Kriegsschiffe viel eher entdeckt werden.

    „Mit dieser Ausrüstung könnten wir jeden Gegner überwachen“, erklärte ein Sprecher der Königlichen Marine.

    Wie die „Daily Mail“ schreibt, ist die Nachrüstung der britischen U-Boote mit „Outrider“-Drohnen eine Reaktion auf die erhöhte Präsenz russischer U-Boote in den britischen Gewässern. Es sei notwendig, alle Aktivitäten der russischen Marine aufzuspüren und zu überwachen. Gerade in den letzten sechs Jahren sei nämlich die Aktivität Russlands vor der britischen Küste erheblich gestiegen.

    Doch die genaue Betrachtung der angeblich gestiegenen Aktivität der letzten Jahre sowie die früheren „Aufdeckungen“ russischer Schiffe zeigten eher eine mediale und politische Hysterie. Oft suchte und entdeckte London russische Schiffe, die sich erst gar nicht versteckt hatten.

    Beispielhaft war ein Vorfall aus dem Jahr 2016. Damals berichteten die führenden britischen Medien fast schon hysterisch über ein russisches U-Boot in den britischen Gewässern, das „erfolgreich abgefangen“ worden sei. In der „Jagd“ auf das russische Schiff seien damals die britische und holländische Marine eingesetzt gewesen.

    Das russische Verteidigungsministerium kommentierte schon damals mit Ironie: Das U-Boot habe sich doch gar nicht versteckt, sondern sei mit langsamer Geschwindigkeit in direkter Sichtbarkeit vorbeigefahren. Die Route des U-Boots sei außerdem sogar schon Monate davor angekündigt worden.

    „Das russische Verteidigungsministerium ist verwundert darüber, dass es gemeinsame Anstrengungen der Marine Großbritanniens und anderer Nato-Alliierter gebraucht hat, um ein U-Boot zu entdecken, das sich mit langsamer Geschwindigkeit in Überwasserposition und in Begleitung eines Schleppers bewegt hatte“, hieß es damals aus Moskau.

    Auch die aktuelle Hysterie halten Militärbeobachter für übertrieben. Die meisten russischen Schiffe, die London entdecke, würden sich ganz offen bewegen. Viel wahrscheinlicher seien hier eher innenpolitische Spiele.

    Wie die russische Zeitung „Wsgljad“ etwa kommentierte, fallen die Meldungen der britischen Medien über ein erneut „abgefangenes“ russisches U-Boot verdächtig oft in Zeiten, wenn das Ministerkabinett Sitzungen zur nationalen Sicherheit durchführt oder Haushaltsdebatten für das Militär geführt werden. Meldungen über schleichende russische U-Boote in den britischen Gewässern würden viel eher frisches Geld in die Marine bringen als objektive Diskussionen.

    Eine neue Spezialdrohne, die nun russische U-Boote und Kriegsschiffe in britischen Gewässer überwachen soll, könnte somit das Ergebnis genau dieser Finanzbeschaffungsmaßnahmen sein: Russische Schiffe sollen gesucht und überwacht werden, auch wenn sie sich gar nicht erst verstecken.

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    Tags:
    Spionage, Überwachung, Drohne, Britische Marine, Russische Marine, Großbritannien, Russland