15:20 12 Dezember 2017
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    Türkische Nationalflagge auf einem Grenzpunkt nahe syrischer Stadt Kobani

    Darum verlegt Ankara weiterhin Militärtechnik ins syrische Idlib

    © REUTERS/ Erik De Castro
    Politik
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    Die Türkei fährt fort, Militärtechnik in den Nordwesten Syriens zu verlegen, um in der Deeskalationszone in Idlib Beobachtungspunkte einzurichten, wie am Sonntag die Agentur Anadolu berichtet.

    Der Agentur zufolge wird Militärtechnik aus verschiedenen Regionen der Türkei in der an Syrien grenzenden Provinz Hatay konzentriert. Am Samstagabend soll ein weiterer Konvoi mit Militärtechnik nach Syrien gestartet sein.

    Einheiten der türkischen Streitkräfte sind an der Grenze zur Provinz Idlib und im Raum Afrin stationiert, der von der syrischen kurdischen Partei der Demokratischen Union (PYD) kontrolliert wird, welche Ankara als terroristische Organisation einstuft, die mit der in der Türkei verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) verbunden ist.

    Zuvor hatte der Staatschef der Türkei, Recep Tayyip Erdogan, erneut von einer möglichen türkischen Militäroperation in Afrin gegen die PYD gesprochen, welche seines Erachtens die nationale Sicherheit des Landes bedrohe.

    Wie aus dem Generalstab der türkischen Streitkräfte verlautete, habe das türkische Militär damit begonnen, im syrischen Idlib im Rahmen der in Astana erzielten Vereinbarungen über die vier Deeskalationszonen in Syrien  Beobachtungspunkte einzurichten. Laut Präsident Erdogan gehe es dabei um den Schutz der Zivilbevölkerung. Damaskus hatte von Ankara den unverzüglichen Abzug der Truppen aus der Provinz gefordert.

    Im Mai 2017 hatten Vertreter von Russland, dem Iran und der Türkei in Astana ein Abkommen erzielt, wonach in Syrien vier Schutzzonen eingerichtet werden. Derzeit gelten drei solche Zonen – im Südwesten des Landes, in Ost-Ghuta und in einem Stadtbezirk von Homs. Die vierte Deeskalationszone soll die Provinz Idlib und Teile der benachbarten Provinzen Aleppo, Latakia und Hama umfassen.

     

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    Tags:
    Deeskalationszonen, Syrien, Idlib, Türkei
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