01:36 15 Dezember 2017
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    Robert Mugabe

    Machtwechsel in Simbabwe: Regierungspartei entthront Präsident Mugabe

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    Politik
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    Die Regierungspartei Simbabwes, Zanu-PF, hat Präsident Robert Mugabe aufgefordert, bis 12.00 Uhr am Montag seinen Rücktritt zu erklären. Andernfalls werde gegen ihn ein Amtsenthebungsverfahren eingeleitet, hieß es in einer diesbezüglichen Resolution der Partei.

    Laut dem Dokument will die Regierungspartei Vizepräsident Emmerson Mnangagwa für das Amt des Staatschefs vorschlagen. Als Vorsitzender der Partei ist Mugabe bereits abgewählt worden.

    Robert Mugabe wurde 1924 in Südrhodesien geboren. Der simbabwische Politiker war von 1980 bis 1987 als Ministerpräsident tätig. 1987 wurde er Staatspräsident und hat nun 30 Jahre lang das höchste Amt im Land bekleidet.

    Seit etwa dem Jahr 2000 regierte Mugabe das Land als Diktator. Seine Herrschaft ist geprägt von Hungersnöten und Menschenrechtsverletzungen, die zum Ausschluss Simbabwes aus dem Commonwealth führten. Mugabe ist die Einreise in die EU mit Ausnahme von Besuchen von UN-Veranstaltungen und des Heiligen Stuhls verweigert worden.

    Am 15. November 2017 übernahm das Militär Simbabwes in einem unblutigen Putsch die Kontrolle über das Land und stellte den 93-Jährigen, der als weltweit ältestes Staatsoberhaupt gegolten hat, unter Hausarrest.

    Simbabwe hatte vor der Erlangung seiner Unabhängigkeit im Jahr 1980 zu den wirtschaftlich hoch entwickelten Staaten Afrikas gehört. Heute ist Simbabwe eines der ärmsten Länder der Welt. Es hatte in den 2000er Jahren eine schwere Wirtschaftskrise durchgemacht, die acht Jahre später mit einer Staatschuld von131 Prozent ihren Tiefpunkt erreicht hat. Dank eines kurzfristigen Programms zum wirtschaftlichen Wiederaufbau hat sich die wirtschaftliche Situation im Land etwas stabilisiert. Im Jahr 2011 ist das BIP um 11,9 Prozent und die Inflationsrate nur um 5,4 Prozent gestiegen.   

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