14:02 18 Oktober 2018
SNA Radio
    Jean-Claude Juncker

    „EU wird Katalonien nie unterstützen“: Juncker spricht klare Worte

    © AP Photo / Geert Vanden Wijngaert
    Politik
    Zum Kurzlink
    1216106

    Die EU wird sich laut Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker niemals auf die Seite Barcelonas stellen. Wie er im Gespräch mit der spanischen Zeitung „El País“ sagte, ist die Situation rund um Katalonien katastrophal.

    „Katalonien ist eine große, enorme Sorge. Mir gefällt die Situation nicht, die entstanden ist. Das ist eine Katastrophe. In vielen Hinsichten. Sie hat die politische Umgebung eskaliert, zur Spaltung in der spanischen und katalanischen Gesellschaft geführt, Probleme in Familien, unter Freunden geschaffen. Das ist traurig. So etwas sollte niemals passieren“, so Juncker.

    Ihm zufolge braucht die Region keine Spaltung, sondern eine Vereinigung der Energie und Ambitionen zum Zweck gemeinsamer Ziele. Als EU-Kommissionschef unterstütze Juncker die Position Madrids, da die spanische Regierung das Gesetz respektiere.

    „Meine katalanischen Freunde haben das Gegenteil gemacht – gegen das Gesetz verstoßen. Ich bin mit denjenigen, die das Gesetz respektieren. Und ich kann diejenigen nicht unterstützen, die dagegen verstoßen.“

    Juncker zufolge lag der entmachtete Regionalpräsident Kataloniens Carles Puigdemont falsch, als er dachte, die EU werde ihn unterstützen.

    „Wir werden das nicht tun. Es gibt keine einzige Regierung in der Europäischen Union, die die Geschehnisse in Katalonien nach dem 1. Oktober unterstützen wird“, betonte er.

    Zwar könne das Niveau der katalanischen Autonomie besprochen werden, doch Europa sei ein Klub der Nationen. „Ich akzeptiere es nicht, wenn Regionen gegen Nationen sind, vor allem wenn man außerhalb des Gesetzes handelt“, schloss der Politiker.

    Am 13. November sagte Puigdemont, er sei immer dafür offen gewesen, „andere Beziehungen zu Spanien“ aufzunehmen. Ihm zufolge gibt es zurzeit immer noch eine Alternative zur Unabhängigkeit. Er halte sich nicht an das Prinzip „Unabhängigkeit oder Tod“, sondern trete für eine „Vereinbarung“ ein.

    Am 1. Oktober hatten nach katalanischen Angaben 90 Prozent der Wähler in einer Volksabstimmung für die Unabhängigkeit von Spanien gestimmt. Von Madrid war das Referendum untersagt worden. Zahlreiche Wahllokale wurden von der spanischen Polizei geschlossen und viele Stimmzettel beschlagnahmt. Viele Gegner einer Abtrennung hatten nicht teilgenommen, die Wahlbeteiligung lag nur bei 43 Prozent.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Barcelona: Tausende demonstrieren für Unabhängigkeit Kataloniens - VIDEO
    „Hand Russlands in Katalonien“: Russische Botschaft bezichtigt El País der Fake-News
    150.000 Euro später: Entmachtete Parlamentschefin Kataloniens aus U-Haft entlassen
    Spanisches Gericht beschließt U-Haft für katalanische Parlamentspräsidentin
    Tags:
    Jean-Claude Juncker, Katalonien, Spanien, EU