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17:15 15 Oktober 2019
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    Nikita Chruschtschow (R) und John F. Kennedy in Wien (Archiv)

    Kennedy-Akten: USA planten Kriegsprovokation gegen Sowjetunion

    © AP Photo /
    Politik
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    Und wieder sorgen die jüngst veröffentlichten Kennedy-Geheimakten für Schlagzeilen. Nun hat sich herausgestellt, dass Washington 1962 die Anzettelung eines Krieges gegen die Sowjetunion mittels einer Provokation in Erwägung zog.

    Wie aus dem auf der Webseite der Nationalen Archive der USA veröffentlichten Dokument hervorgeht, erwog Washington damals die Schaffung bzw. den Erwerb sowjetischer Flugzeuge von Drittländern, und zwar mit dem Ziel, diese für Angriffe auf Stützpunkte der USA oder ihrer Verbündeten zu nutzen. Dies sollte als Vorwand für die Entfaltung eines Kriegs gegen die Sowjetunion dienen.

    Das Nachrichtenportal „The Daily Caller“ schreibt unter anderem unter Berufung auf die CIA-Enzyklopädie von Jan Goldman, der Bericht gehöre zum Protokoll des Treffens einer „Spezialgruppe“ vom 22. März 1962. Dort sei ein Thema besprochen worden, das von Generalstaatsanwalt Robert Kennedy eingebracht worden sei. Dabei sei es um die Möglichkeit der Entwicklung oder der Erwerbung sowjetischer Flugzeuge durch die USA gegangen. Unter den Teilnehmern des Treffens seien Generalstaatsanwalt Robert Kennedy, Präsident John F. Kennedy, Staatssekretär Dean Rusk, CIA-Chef John McCone, Sicherheitsberater des Präsidenten McGeorge Bundy und der Vorsitzende der Joint Chiefs of Staff Lyman Lemnitzer gewesen.

    Wozu sollten sowjetische Flugzeuge den Amerikanern dienen?

    Dazu gab es laut der bislang geheimen Akte drei Möglichkeiten:

    — Für eine Täuschungsoperation, um feindliche Flugzeuge im Himmel zu verwirren

    — Für einen Überraschungsangriff gegen feindliche Anlagen

    — Oder auch für eine Provokationsoperation, bei der sowjetische Flugzeuge angeblich Objekte der USA oder ihrer Verbündeten angreifen würden

    Die letzte Möglichkeit sollte dabei als „Ausrede für eine US-Intervention dienen“.

    False-Flag-Operation unter Kennedy bereits 2001 erwähnt

    Bereits im Jahr 2001 hatte der Historiker Robert Dallek in seinem Buch „An Unfinished Life: John F. Kennedy, 1917-1963“ die Möglichkeit einer sogenannten False-Flag-Operation (dt.: Operation unter falscher Flagge) mit sowjetischen Flugzeugen beschrieben. Im Buch war jedoch die Rede davon, dass die Idee vom damaligen CIA-Direktor McCone stammte.

    Über 20.000 Akten veröffentlicht

    Die Nationalen Archive der USA hatten zuvor im Oktober einen weiteren Bestand von fast 11.000 Dokumenten, die mit dem Mord an Kennedy verbunden sind, publik gemacht. Die jüngste Publikation ist bereits die fünfte. Insgesamt sind nun mehr als 20.500 Materialien zu diesem Fall der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden.

    Unter anderem wurde durch die Dokumente bekannt, dass Jack Ruby, der Lee Harvey Oswald – den Hauptverdächtigen im Fall des Mordes an John F. Kennedy – erschossen hatte, von der Vorbereitung des Attentats auf den 35. Präsidenten der USA gewusst haben könnte.

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    Tags:
    Krieg, John F. Kennedy, Sowjetunion, UdSSR, USA