17:32 20 September 2020
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    Japan will einen neuen Marschflugkörper bauen, angeblich zum Schutz vor Nordkorea. Bei dieser Nachricht sollte Russland genau hinhören, mahnt der Japanologe Wiktor Kusminkow von der Russischen Akademie der Wissenschaften.

    Japan hat früher schon Lenkraketen entwickelt – für die Bekämpfung von Schiffen allerdings, nicht von Bodenzielen, wie das Portal „rueconomics“ schreibt. Jetzt habe das japanische Verteidigungsministerium 7,7 Milliarden Yen (umgerechnet 58 Millionen Euro) angefragt, für die Entwicklung eines Marschflugkörpers, der sowohl gegen Schiffe als auch gegen Bodenziele einsetzbar sein soll.

    Japans Medien bezeichnen die neue Rakete bereits als japanische Tomahawk. Bis 2022 soll die Entwicklung laut dem Portal abgeschlossen sein. Eine Anforderung des Verteidigungsministeriums: Der neue Flugkörper muss von mobilen Landplattformen, Kampfschiffen und Flugzeugen aus starten und 300 Kilometer weit fliegen können.

    Dass Nordkorea für Japan in der Tat ungefährlich sei, wisse man auch in Tokio, sagte der Japanologe Kusminkow dem Portal. Die japanische Führung verstehe, dass Pjöngjang ausschließlich aus der Sorge um seine Sicherheit heraus handle.

    Wozu dann der neue Marschflugkörper?

    „Die Japaner nutzen die Nordkorea-Krise für den Ausbau ihre Streitmacht, um künftig China im Zaum halten zu können“, so der Experte. „Laut einer neuen Strategie muss Japan gemeinsam mit den USA die führende Rolle im Indischen Ozean und im Pazifik spielen. Jedes neue Waffenprojekt wird mit dem Schutz vor Nordkorea begründet, tatsächlich aber geht es um die Zähmung Pekings.“

    China habe nämlich Pläne, die US-Truppen in der Region hinter die sogenannte zweite Linie zu verdrängen, so der Analyst. Tokio versuche, diese Pläne zu kappen. „Das besagte Lenkwaffen-Projekt passt sehr gut in die Strategie Japans an dieser Front“, sagt Kusminkow.

    Und auch Russland sollte Tokios Raketenpläne aufmerksam verfolgen, mahnt der Experte: „Im Moment haben die Japaner sicherlich nicht vor, die Kurilen zu erobern. Aber einen anderen Weg, die Inseln zu erlangen, außer dem militärischen, gibt es nicht. Insofern ist dieses Raketenprojekt ein Signal, das man zur Kenntnis nehmen sollte.“

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    Tags:
    Entwicklung, Sicherheit, Japan, Nordkorea, USA