11:10 12 Dezember 2017
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    Erdogan-Chefberater: Nato ist neue Form von Kolonialismus - Verbleib prüfen!

    © AP Photo/ Vadim Ghirda
    Politik
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    Der Chefberater des türkischen Präsidenten, Yalçın Topçu, ist der Überzeugung, dass die Türkei ihre Mitgliedschaft in der Nato überdenken sollte, da dieses Bündnis Ankara gegenüber eine feindselige Politik betreibe.

    Seitens der Organisation „erklingt ein verräterisch feindseliger Ton“, erklärte Topçu. Es gehe konkret „um die während einer Nato-Übung demonstrierte Niedertracht, Gemeinheit und Schande“.

    Bei dem Nato-Manöver „Trident Javelin“, das vom 8. bis 17. November in Stavanger im Süden Norwegens stattfand, war ein Stand mit Bildnissen der „Gegner“ aufgestellt worden. Darunter das Porträt von Mustafa Kemal Atatürk, dem Begründer der Republik Türkei. Auch der heutige türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan war da als „Feind“ dargestellt worden.

    Ankara hatte daraufhin die am Manöver teilnehmenden 40 türkischen Militärs abgezogen. Der Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hatte sich zweimal für die der Türkei zugefügte Kränkung entschuldigt. Auch der norwegische Verteidigungsminister Frank Bakke-Jensen bekundete sein Bedauern. Erdogan betrachtet dies jedoch als unzureichend.

    „Die Fotografie Atatürks und Erdogans Name“ wurden laut Topçu, dessen Worte der TV-Sender Haberturk zitiert, „in feindseliger Absicht“ genutzt. In diesem Zusammenhang wies der Chefberater des Präsidenten darauf hin, dass die Frage über die Nato-Mitgliedschaft der Türkei im Parlament dringend geprüft werden müsse.

    Er ergänzte, dass die Türkei kraft ihrer geopolitischen Lage einem Druck und Attacken von Seiten her ausgesetzt sei, „woher man es unmöglich erwartet hatte“.

    „Ein derartig niederträchtiges und unehrliches Verhalten spricht von der Absicht der Nato, die Position in Bezug auf unser Land noch mehr zu verschärfen. (…) Hinter allen Umstürzen und der Abhängigkeit im Bereich der Verteidigungsindustrie steht die Nato“, erklärte der Erdogan-Berater.

    Topçu betonte, dass das Bündnis nicht nur ein Militärblock, sondern auch „eine neue Form des Kolonialismus, der politischen und wirtschaftlichen Abhängigkeit“ sei. Er hoffe, dass die türkische Nation sich dieses „kolonialen Hemdes, das ihr heute die Nato überzustreifen versucht“, entledigen könne.

    Die Türkei ist seit 1952 Mitglied der Nato.

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    Tags:
    Verbleib, Skandal, NATO, Recep Tayyip Erdogan, Jens Stoltenberg, Türkei
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