15:23 12 Dezember 2017
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    Białowieża-Urwald: Polen zu 100.000 Euro Zwangsgeld pro Tag verpflichtet

    © AFP 2017/ WOJTEK RADWANSKI
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    Der Europäische Gerichtshof hat Polen zu täglichen Zahlungen von mindestens 100.000 Euro wegen Abholzungen im Białowieża-Urwald verpflichtet. Der Wald gilt als einer der letzten Urwälder Europas. Warschau muss die Zahlungen leisten, solange es mit den Holzeinschlägen nicht aufhört.

    „Polen muss sofort seine aktive Forstnutzung im Białowieża-Urwald stoppen. Ausnahmen sind Fälle, in denen dies für die öffentliche Sicherheit notwendig ist“, heißt es im Gerichtsbeschluss.

    Polen hatte mit den Abholzungen im Frühling 2016 begonnen. Die Regierung des Landes begründete dies mit dem Kampf gegen den Borkenkäfer. Nach Plänen der polnischen Regierung sollen bis zum Jahr 2023 insgesamt 188.000 Kubikmeter Holz eingeschlagen werden. Dabei versicherte Warschau, der Holzeinschlag werde das Schutzgebiet nicht betreffen.

    Wissenschaftler und Umweltorganisationen kritisierten die Fällungen und wiesen darauf hin, dass die Aktivität der Borkenkäfer eine natürliche Erscheinung sei. Sieben Nichtregierungsorganisationen reichten deswegen eine Klage beim Europäischen Gerichtshof ein.

    Der Europäische Gerichtshof verfügte am 20. Juli 2017, jegliche Fällarbeiten im Urwald zu stoppen. Polen ignorierte dies jedoch und setzte das Abholzen fort.

    Der Wald von Białowieża erstreckt sich über 150.000 Hektar entlang der Grenze zwischen Polen und Weißrussland. Mehr als 20.000 Tierarten sind dort heimisch. Darunter sind auch Arten, die lange vom Aussterben bedroht waren. Ein Teil des Waldes – der Białowieża-Nationalpark – ist Schutzgebiet und zählt zum Weltnaturerbe der Unesco.

     

    Tags:
    Abholzung, Europäischer Gerichtshof EuGH, Polen
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