17:00 12 Dezember 2017
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    Adolf Hitler vor SS-Truppen (Archiv)

    Unschuldige Hitler-Soldaten? Kreml nimmt Teenager nach Bundestag-Patzer in Schutz

    © AFP 2017/ INP
    Politik
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    Der Kreml nimmt den sibirischen Schüler in Schutz, der mit seinen umstrittenen Äußerungen vor dem deutschen Bundestag über „unschuldige Wehrmachtssoldaten“ in Stalingrad viele Landsleute empört hatte.

    Auch wenn er es grundsätzlich nicht für nötig halte, eine Schülerrede im Bundestag extra zu kommentieren, habe er kein Verständnis für die „exaltierte Hetze“, der der junge Mann nach seinem Auftritt ausgesetzt werde, sagte Dmitri Peskow, Pressesprecher des russischen Präsidenten Wladimir Putin, am Dienstag.

    „Es ist offensichtlich, dass der besagte Schüler nichts Schlimmes gemeint hatte und dass er äußerst aufgeregt war, als er vor dem Bundestag sprach“, sagte Peskow. „Ihm deshalb eine böse Absicht, geschweige denn Nazi-Propaganda zur Last zu legen, halte ich für falsch.“

    Peskow stimmte dem russischen Bildungsminister Andrej Fursenko bei, dass man, „statt sich in Menschenhass zu üben, lieber die Jugendlichen besser aufklären sollte.“

    Mit seinem Auftritt im Bundestag zum Volkstrauertag hatte der Schüler Nikolaj Dessjatnischenko aus der sibirischen Stadt Nowy Urengoi seine Landsleute sehr empört.

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    Insbesondere seine Äußerung, mehrere Wehrmachtssoldaten seien bei der Schlacht um Stalingrad „unschuldig ums Leben gekommen“, erregte Anstoß. Im Netz meldeten sich Politiker und Kommentatoren zu Wort, um sich gegen den Jungen auszutoben.

    Mittlerweile äußerte sich der Schüler selbst zu den Reaktionen rund um seinen Vortrag vor dem Bundestag. Ihm sei gesagt worden, langsamer zu reden, damit die Dolmetscher Schritt halten können. So sei seine Rede länger geworden. Auf dem YouTube-Video sei diese dann gekürzt worden. „Dort war aber das Wichtigste, dass ich aufrichtig hoffe, dass es keine Kriege mehr geben wird“, so Dessjatnitschenko.

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