02:54 23 November 2019
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    Totengedenken im Bundestag (Archiv)

    „Dem Jungen ist kein Vorwurf zu machen“ – SPD-Politiker zu Schülerrede vor Bundestag

    © Foto : Deutscher Bundestag / Achim Melde
    Politik
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    Der Bundestagsabgeordnete von der SPD Dr. Fritz Felgentreu verteidigt den sibirischen Schüler, der im Bundestag über „unschuldige Wehrmachtssoldaten“ gesprochen hatte. Dem Jungen sei daraus kein Vorwurf zu machen. Zuvor hatte sich bereits der Kreml deeskalierend eingeschaltet und den Jungen in Schutz genommen.

    Der SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Fritz Felgentreu findet die Reaktionen auf die Rede eines Schülers im Bundestag übertrieben: „Dem Jungen ist kein Vorwurf zu machen. Er hat weder die Verteidigungsleistung russischer Soldaten im Zweiten Weltkrieg in Frage gestellt, noch den Überfall auf Russland geschmälert“, sagt Felgentreu gegenüber Sputnik.

    Der Junge hatte in seiner Rede auch bemängelt, dass sich die Gräber der Wehrmachtsoldaten in Russland aktuell in schlimmem Zustand befänden. Dr. Fritz Felgentreu, der als Vorsitzender des Landesverbandes Berlin des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. aktiv ist, findet folgende Erklärung:

    „Wir machen bei deutschen Soldatengräbern keinen Unterschied zwischen „schuldig“ und „unschuldig“. Das wäre bei der Menge gar nicht zu bewerkstelligen.“

    Im Gegensatz zur russischen Heldenverehrung und den entsprechend gepflegten und geschmückten Gräbern gedenken die Deutschen nur ihrer Toten. Das könnte den nüchternen Anblick der Gräber der Wehrmachtsoldaten erklären.

    Im Rahmen des Totengedenkens am Sonntag hatten deutsche und russische Schüler im Bundestag Geschichten von gefallenen Soldaten erzählt. Die deutschen Schüler stellten russische und die russischen Schüler deutsche Soldaten vor. Dabei hatte einer der russischen Schüler von „unschuldigen Wehrmachtsoldaten“ gesprochen und damit eine Wellte der Empörung, vor allem in russischen sozialen Netzwerken, ausgelöst. Der Kreml nahm den Jungen daraufhin in Schutz.

    Mittlerweile äußerte sich der Schüler selbst zu den Reaktionen rund um seinen Vortrag vor dem Bundestag. Ihm sei gesagt worden, langsamer zu reden, damit die Dolmetscher Schritt halten können. So sei seine Rede länger geworden. Auf dem YouTube-Video sei diese dann gekürzt worden. „Dort war aber das Wichtigste, dass ich aufrichtig hoffe, dass es keine Kriege mehr geben wird“, so Dessjatnitschenko.

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    Tags:
    Gedenken, Geschichte, Zweiter Weltkrieg, Bundestag, Deutschland, Russland