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    US-Atomsprengkopf

    Meinung: US verlegt Krise nach Europa – Russland hat Antwort parat

    © Foto: U.S. Air Force/Desiree Esposito
    Politik
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    Den Mittelpunkt des Konflikts zwischen Russland und dem Westen nach Europa zu verlagern – das ist seit langem schon eine Strategie der Angelsachsen. Dieser Ansicht ist Dr. Nikolaj Topornin vom Moskauer Staatlichen Institut für Internationale Beziehungen MGIMO. Deutlich werde dies auch an den US-Plänen, Atomwaffen in Europa zu stationieren.

    Sollten diese Pläne Wirklichkeit werden, sei von Russland eine klare Reaktion zu erwarten: Dann werde Russland Ziele in Europa ins Visier nehmen müssen, so der Experte.

    Doch zuvor müssen die Vereinigten Staaten in Europa Überzeugungsarbeit leisten, wie der Experte dem Portal „rueconomis“ sagte: „Unternehmen die USA den Versuch, das bestehende strategische Gleichgewicht in Europa, auch bei nuklearen Kräften, zu verschieben, müssen sie vorher ihre europäischen Partner bearbeiten, weil für so eine Entscheidung der Konsens aller Nato-Mitgliedsländer nötig ist. Bei Deutschland und Frankreich wird so eine Entscheidung jedenfalls kaum eine positive Reaktion hervorrufen.“

    Pentagon-Chef James Mattis hat beim Nato-Ministerrat in Brüssel erklärt, die USA würden gern bis 2020 neuste Kampfjets und Atombomben nach Europa verlegen. Auch Großbritannien spricht sich für die Stationierung von Atomwaffen in Europa aus – während andere europäische Staaten dagegen sind, wie eine Quelle aus Nato-Kreisen laut dem Portal erklärte.

    Zwar bestreiten die USA, dass ihre Atomwaffen im Ausland bereits stationiert seien, wie das Portal schreibt. In offiziellen Unterlagen wird jedoch erwähnt, dass „Sonderwaffen“ heute schon in Deutschland, Belgien, Italien, den Niederlanden und der Türkei in unterirdischen Bunkern gelagert würden. Experten gehen laut dem Portal von derzeit 150 bis 200 Bomben mit atomaren Sprengköpfen in Europa aus.

    Schon zu Obama-Zeiten sei beschlossen worden, die in Europa verfügbaren atomaren Streitkräfte zu modernisieren – damit die europäischen Verbündeten der Amerikaner moderne, treffsicherere Bomben und Raketen in ihrem Arsenal hätten, erinnert der Experte. „Doch ein Programm anzukündigen, ist eine Sache. Seine Umsetzung und Übereinstimmung mit internationalen Verträgen eine ganz andere“, so der Analyst.

    Das zentrale Dokument sei der INF-Vertrag über Mittel- und Kurzstreckenwaffen, erklärt der Analyst. Es gebe auch ein Abkommen über konventionelle Waffen in Europa, bei denen ein ungefährer Gleichstand erreicht sei.

    „Sollte die Nato durch die Stationierung zusätzlicher oder die Modernisierung derzeitiger Atomwaffen einen Vorteil erlangen, werden wir natürlich sehen, wie Russland Gegenmaßnahmen ergreift“, mahnt der Experte.

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    Tags:
    Krise, Stationierung, Atomwaffen, Russland, USA