01:43 15 Dezember 2017
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    DVR-Chef Alexander Sachartschenko

    Appell an Donezker Republikchef: Donbass vereinen und „Neurussland“ gründen

    © REUTERS/ Sergei Karpukhin
    Politik
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    Während sich in Lugansk offenbar ein Umsturz anbahnt oder sich bereits ereignet hat, werden Bitten laut, dass der Chef der benachbarten Donezker Republik Herr der Lage werden und beide Nachbarregionen zu einem „Neurussland“ vereinen sollte.

    So wandte sich am Mittwoch der Kommandeur des Bataillons „Brjanka“ der Streitkräfte der selbsternannten Volksrepublik Lugansk, Dmitri Pindiurin, in einem Youtube-Video an Sachartschenko:

    „Alexander Wladimirowitsch, ich bitte Sie, die Führung der Volksrepublik Lugansk zu übernehmen, um die Idee von 2014 über die Gründung von Noworossia (Neurussland, Anm. d. Red.) zu verwirklichen. Ich bitte alle Donbass-Einwohner, meinen Appell an den Leiter der Donezker Volksrepublik zu unterstützen“, sagte er.

    Pindiurin ist nicht der Einzige, der über eine Vereinigung der benachbarten Republiken spricht – dieses Thema wird bereits seit drei Jahren rege besprochen, wobei es bislang jedoch keinen Konsens unter den Regierungen der Republiken gab. 

    Der Kremlsprecher Dmitri Peskow bezeichnete eine Vereinigung der beiden Republiken als deren „innere Angelegenheit“. Damit anwortete Peskow am Mittwoch auf die Frage eines Journalisten, ob der Kreml solche Schritte unterstützen werde.

    Am Dienstag hatten Bewaffnete mit weißen Armbinden die Zufahrten zur Großstadt Lugansk, deren Zentrum sowie Regierungsgebäude abgeriegelt. Für das Geschehen machte Igor Plotnizki, der Präsident der Volksrepublik, den von ihm am Montag entlassenen Innenminister Igor Kornet verantwortlich.

    In einer Videobotschaft dementierte Ex-Minister Kornet jedoch seine Entlassung und sprach von Razzien gegen ukrainische Saboteure. Dem widersprach Plotnizki ein weiteres Mal im Fernsehen und wiederholte, dass Kornet seines Amtes enthoben und ein Strafverfahren gegen ihn eingeleitet worden sei. Kurz danach funktionierten das Lugansker Staatfernsehen, das Mobilfunknetz und der Rundfunk nicht mehr.