10:49 14 Dezember 2017
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    Situation in Lugansk (Uniformierte Männer begleiten Mitarbeiter und den Leiter der Lugansker Staatsanwaltschaft, 21. November 2017)

    Donbass: Volksrepubliken rechnen mit „Verrätern“ ab

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    Politik
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    In der selbsternannten Volksrepublik Lugansk, wo sich diversen Berichten zufolge ein Putsch ereignet haben soll, melden die Behörden der benachbarten Donezker Republik die Festnahme von mehr als 10 Menschen, die der Zusammenarbeit mit ukrainischen Geheimdiensten verdächtigt werden.

    Am Dienstag hatten vermummte bewaffnete Uniformierte ohne Erkennungszeichen mehrere Verwaltungsgebäude in Lugansk besetzt. Augenzeugen berichteten von einem Militärkonvoi, der aus der benachbarten Republik gekommen sei. Für das Geschehen, das von manchen Beobachtern auch als Staatsstreich eingestuft wurde, machte Igor Plotnizki, der Präsident der Volksrepublik, den von ihm am Montag entlassenen Innenminister Igor Kornet verantwortlich. Berichten zufolge soll Plotnizki inzwischen nach Russland geflüchtet sein.

    Nun erklärte das Ministerium für die Staatssicherheit (MGB) der Donezker Volksrepublik das Auftauchen von Bewaffneten in der Innenstadt von Lugansk mit der Durchführung von Razzien. Es sollen angeblich mehr als 10 Personen in Gewahrsam genommen worden sein.

    Die Festgenommenen werden dringend verdächtigt, mit ukrainischen Geheimdiensten kooperiert zu haben. Die aufgedeckte Zelle soll Sabotage- und Terrorakte vorbereitet haben, um die Volksrepublik unter die Kontrolle von Kiew zu bringen. Der Einsatz soll zusammen mit Spezialkräften der Volksrepublik Lugansk durchgeführt worden sein.

    In einer Videobotschaft hatte Kornet zuvor bereits von Razzien gegen ukrainische Saboteure gesprochen. Außerdem dementierte er seine Entlassung. Dem widersprach Plotnizki ein weiteres Mal im Fernsehen und wiederholte, dass Kornet seines Amtes enthoben und ein Strafverfahren gegen ihn eingeleitet worden sei. Kurz danach funktionierten das Lugansker Staatfernsehen, das Mobilfunknetz und der Rundfunk nicht mehr.

     

    Tags:
    Lugansk, Donbass
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