06:06 19 November 2019
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    Hungersnot in der Ukraine in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts (Symbolbild)

    Hungersnot als Völkermord? – London stellt sich bei Initiative Kiews quer

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    London ist nach Angaben der Agentur Ukrinform nicht gewillt, die Hungersnot in der Ukraine in den 1930er Jahren – den sogenannten „Holodomor“ – als Völkermord an dem ukrainischen Volk einzustufen.

    Die Initiative, die Hungersnot als Genozid anzuerkennen, soll Pauline Latham, Abgeordnete der britischen Regierungspartei (Conservative Party), unterbreitet haben.

    Laut dem britischen Außenministerium wird die Regierung in London ihre Position dazu nicht ändern, wonach nur Verbrechen wie in Ruanda und Srebrenica sowie der Holocaust als Völkermord bezeichnet werden.

    Obwohl die Anhörungen zu dieser Frage bereits am 7. November in London stattgefunden hatten, wurden deren Ergebnisse erst jetzt publik gemacht.

    Zuvor soll der ukrainische Präsident Petro Poroschenko Russland für die Hungersnot in den Jahren 1932 und 1933 in der Ukraine verantwortlich gemacht haben. Die Erklärungen zur möglichen Beteiligung Russlands an der Hungersnot in der Ukraine gab Kiew nach der Wahl von Viktor Juschtschenko zum Präsidenten im Dezember 2004 ab.

    Der schweren Hungersnot in der Ukraine in den Jahren 1932 und 1933 waren nach unterschiedlichen Berechnungen 3,5 bis 14,5 Millionen Menschen zum Opfer gefallen.

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    Tags:
    Hungersnot, Völkermord, Holocaust, Viktor Juschtschenko, Petro Poroschenko, Ruanda, Großbritannien, Russland, Ukraine