05:06 18 Oktober 2018
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    Russland ist nicht die Hauptgefahr für die USA – US-Politologe

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    Politik
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    Russland stellt entgegen traditionellen Behauptungen von US-Politikern keine Bedrohung für die USA dar. Dies sagte der amerikanische Professor und Russland-Experte Stephen Cohen. Erklärungen über eine von Russland ausgehende Gefahr sind bereits zu einer „anerkannten Realität“ geworden, wie Cohen in der „John Batchelor Show“ äußerte.

    Besonders gefährlich für die Sicherheit der USA sei das so genannte „Russiagate“ – der Skandal um die bislang nicht bewiesene Verbindung Donald Trumps mit Moskau. Solche „nicht bewiesenen, aber sehr eindringlichen Erklärungen“, dass Trump vom Kreml kontrolliert werde, seien die Gefahr Nummer Eins für Washington. Denn sie könnten die Verschlechterung der Beziehungen zu Russland bis hin zu einem Militärkonflikt zur Folge haben. 

    Der Politologe kritisiert US-Massenmedien, die Trumps Versuche, die Beziehungen zu Moskau zu verbessern, negativ einschätzen. Das betreffe beispielsweise den Syrien-Konflikt. So warf „The New York Times“ Trump einen Verrat von US-Interessen vor. Laut dem Kolumnisten von „The Washington Post”, Josh Rogin, „spielt Trump in Syrien Russland in die Hände“. 

    Cohen erinnert außerdem an die Erklärungen einiger US-Demokraten, laut denen angebliche Hacker-Angriffe Russlands ein Kriegsakt gegenüber den USA gewesen seien.

    „Was könnte fahrlässiger sein, als zu bestätigen, dass wir uns im Kriegszustand mit einer anderen Atommacht befinden?“, fragt der Experte

    Als die zweitwichtigste Gefahr bezeichnet Cohen die beispiellose Dämonisierung von Wladimir Putin. Kein anderer sowjetischer oder russischer Staatschef sei so wütend und unbegründet angeschwärzt worden. Als Beispiel führt er einen Beitrag von Dana Milbank in der „The Washington Post“ an, in dem der Autor von einer „roten Gefahr durch Putin-Russland“ spricht. Mit solch einer Rhetorik verliere Washington einen wichtigen Partner im Bereich der nationalen Sicherheit, den die USA derzeit dringend benötigen würden. 

    Der Islamische Staat und andere internationale Terrorgruppierungen stellen laut Cohen die drittwichtigste Gefahr dar. „Diese Gefahr wäre am größten, wenn die amerikanische politische und Medien-Elite die zwei zuvor genannten nicht hätten entstehen lassen“, so der Experte weiter. 

    Auf Platz vier rangiert ihm zufolge die steigende Zahl der Länder, die Atomwaffen besitzen. „1949 waren es nur zwei solche Länder, heute sind es neun. Und das in der neuen Ära nationaler, ethnischer und religiöser Konflikte und Kriege und des Fanatismus, der das Tabu, solche Waffen nicht einzusetzen, vernichten kann.“ 

    Auf den fünften Platz stellt Cohen die globale Klimaerwärmung und die globale Einkommensungleichheit. 

    Sowohl Russland als auch China sind laut Cohen nur erdachte Gefahren für die USA. Was die Ausweitung der russisch-chinesischen Allianz betrifft, sei sie in vielem das Ergebnis einer unklugen US-Politik.

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    Tags:
    Dämonisierung, Terror, Gefahr, Beziehungen, Bedrohung, Medien, Donald Trump, Stephen Cohen, USA, Russland, China