07:38 24 Oktober 2018
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    Krone des Westens zu groß für Angela Merkel

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    Politik
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    Die globale Elite will Trump nicht als Spitzenvertreter des Westens akzeptieren. Soll Merkel diese Rolle übernehmen? Aber auch mit ihr klappt es kaum – diesen Standpunkt vertritt die russische Onlinezeitung vz.ru. Aus ihrer Sicht, besteht das Problem darin, dass das globalistische Projekt bröckelt, wobei es zu einer Spaltung im Westen kommt.

    Die Onlinezeitung titelt am Dienstag: „Die Krone des Westens erwies sich als zu groß für Angela Merkel.“ Sie schreibt, der Westen habe immer Führungsfiguren gehabt. Standardmäßig sei diese Rolle von US-Präsidenten übernommen worden.

    „Wenn es eine einheitliche Menschheit gibt, die freudig den Weg der Globalisierung geht und sich dabei von den fortschrittlichen Ideen der liberalen Demokratie und des Multikulturalismus leiten lässt, so soll jemand an der Spitze sein und die Völker hüten, oder? Barack Obama hat diese Rolle auch gerne gespielt“, so der Kommentar. 

    Doch dann sei alles schief gegangen: „Anstatt der erblichen Königin Hillary wurde Thronräuber Donald zum US-Präsidenten. Wegen seiner antiglobalistischen, neoisolationistischen Ansichten darf er in den Augen der globalen Elite weder der US-Präsident sein noch dem vereinigten Westen vorstehen.“

    „Wer soll die Pflichten des ‚Westen-Führers‘ kommissarisch übernehmen? Wer soll diese Rolle spielen, bis die globale Elite mit dem Milliardär fertig wird, der die ‚City upon a Hill‘ besetzt hat?“, so vz.ru¬.

    Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier
    © REUTERS / Axel Schmidt
    Angela Merkel sei ins Visier gerückt. Anfang des laufenden Jahres sei versucht worden, ausgerechnet sie als „Spitzenvertreterin der freien Welt“ zu krönen. Es habe jedoch nicht geklappt, hieß es weiter.

    Es gebe derzeit niemanden, wer diesen zwar symbolischen, dabei aber wichtigen Posten als „Spitzenvertreter der westlichen Welt“ übernehmen könnte: „Denn man kann nicht dem vorstehen, was es nicht gibt: Der einheitliche Westen zerspaltet sich vor unseren Augen.“

    „Seine Spaltung ist durch den Zusammenbruch des globalistischen Projekts der Atlantisten vorbestimmt, aber auch durch den Zusammenbruch der ‚unipolaren Welt‘ und des ‚Endes der Geschichte‘. Kaum hat die Idee gebröckelt, wonach der Westen die Menschheit zum Glücklichsein führe, wurde eine Spaltung innerhalb des Westens unvermeidlich“, postuliert vz.ru.

    „Die Nachkriegs-Weltordnung nähert sich ihrem Ende, die Angelsachsen werden die Kontrolle über das sich vereinigende Europa nicht lange behalten können. Die Widersprüche innerhalb des ‚einheitlichen Westens‘ fangen erst an, zum Vorschein zu kommen, doch die sichtbaren Merkmale reichen schon aus, um eine Diagnose zu liefern“, heißt es im Kommentar von vz.ru.

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    Verlust, Macht, Niederlage, Bundestagswahl, Angela Merkel, Europa, Deutschland, USA