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13:04 21 September 2019
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    Kreml zu neuem Raketenstart Nordkoreas: Trotzdem Ruhe bewahren

    Ilja Pitalew
    Politik
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    Russland hat den neuen Raketenstart in Nordkorea verurteilt, ihn als eine provokative Handlung Pjöngjangs gewertet, aber zugleich alle Seiten aufgefordert, die Ruhe zu bewahren, damit die Situation auf der Korea-Halbinsel nicht in das schlimmste Szenario abgleitet. Dies erklärte der Pressesprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow.

    „Zweifellos ist der neue Raketenstart eine provokative Handlung, die eine weitere Zunahme der Spannung  provoziert und uns vom Augenblick des Beginns der  Krisenregelung wegbringt. Wir verurteilen diesen Start und hoffen, dass es allen involvierten Seiten gelingen wird, die Ruhe zu bewahren, damit sich die Situation auf der Korea-Halbinsel nicht nach dem schlimmsten Szenario entwickelt“, sagte der Kreml-Sprecher am Mittwoch.

    Danach befragt, ob Pjöngjang den früher von Moskau und Peking vorgeschlagenen Fahrplan zur Regelung der nordkoreanischen Atom-Problematik prüfe, erwiderte Peskow, dass es „bislang keinen Anlass für irgendeinen wesentlichen Optimismus gibt“.

    Die Situation auf der Korea-Halbinsel bleibt äußerst angespannt. In diesem Jahr hat Nordkorea 20 Teststarts ballistischer Raketen vorgenommen. Am 3. September verkündete Pjöngjang den erfolgreichen Test eines Wasserstoff-Gefechtskopfes. Der UN-Sicherheitsrat verschärfte in diesem Zusammenhang die Sanktionen gegen Nordkorea. Die USA und ihre Bündnispartner haben ihrerseits in der Region ständig breitangelegte Marineübungen durchgeführt. Die Seiten tauschen harte Erklärungen aus, wobei sie keine Variante der Entwicklung des Geschehens ausschließen, auch keine militärische.

    In der Nacht zum Mittwoch hatten japanische und südkoreanische Militärs den Start einer nordkoreanischen Rakete festgestellt. Nach vorläufigen Angaben der japanischen Verteidigungsbehörde ist die Rakete nach etwa 1.000 Kilometer Flug in 250 Kilometer Entfernung von der nördlichen Präfektur Aomori innerhalb der ausschließlichen Wirtschaftszone Japans im Meer niedergegangen. In Tokio wird vermutet, dass es sich um eine ballistische Interkontinentalrakete gehandelt habe. Es war der erste nordkoreanische Raketenstart seit dem 15. September.

    Moskau betont immer wieder sein Festhalten an allen Resolutionen des UN-Sicherheitsrats und besteht darauf, dass sie auch von Pjöngjang eingehalten werden. Zudem hat die russische Führung wiederholt vor den katastrophalen Folgen eines beliebigen militärischen Szenarios zur Regelung der Krise auf der Korea-Halbinsel gewarnt.

    Im Juli waren Moskau und Peking mit einer Initiative aufgetreten, die die Wiederaufnahme der von Pjöngjang  abgebrochenen sechsseitigen Verhandlungen zur nordkoreanischen  Atom-Problematik zum Ziel hat. Diese Initiative sieht das freiwillige Einfrieren der wichtigsten Reizfaktoren vor: des nordkoreanischen Raketen- und Atomwaffenprogramms sowie der gemeinsamen amerikanisch-südkoreanischen Militärübungen.

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    Tags:
    Sanktionen, Raketen, Start, Russland, Nordkorea