12:11 03 Juni 2020
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    Der bosnisch-kroatische Angeklagte Slobodan Praljak, der am Mittwoch nach der Urteilsverkündung im UN-Kriegsverbrechertribunal Gift eingenommen hat, ist gestorben. Er starb laut der Nachrichtenagentur HINA in einem Krankenhaus in Den Haag.

    Zuvor hatte der Anwalt Goran Mikulicic gegenüber der kroatischen Nachrichtenwebseite „tportal“ erklärt, Praljak habe das Fläschchen mit Gift problemlos in den Gerichtssaal schmuggeln können. Es gebe zwar Kontrollen am Eingang, doch diese seien nicht gerade gründlich.

    UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag gegen bosnische Kroaten
    © AFP 2020 / Pool/ Robin van Lonkhuijsen
    Laut Mikulicic könnte sein Mandant das Gift in seinem Schuh versteckt haben. Auf die Frage, wie Praljak überhaupt an Gift kommen konnte, sagte er, jeder Häftling habe das Recht auf Besuche von Verwandten, Freunden, Anwälten und Journalisten. Doch außer den Anwälten werde niemand mit einer Tasche hineingelassen.

    „Doch jeder hätte ihm das Gift bringen können, weil der Detektor auf solche Dinge nicht reagiert“, so der Anwalt weiter.

    Während des Bosnienkrieges (1992-1995) war General Praljak Militärchef der bosnischen Kroaten. Er war am Mittwoch zu 20 Jahren Haft verurteilt worden. Nach der Urteilsverkündung schrie Praljak auf Kroatisch, er sei kein Kriegsverbrecher, und trank etwas aus einem Fläschchen. Seine Verteidigerin erläuterte daraufhin, Praljak habe Gift genommen. Die Sitzung wurde unterbrochen und der Angeklagte in ein Krankenhaus gebracht.

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