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    „Washingtons Kurden-Politik in Syrien erinnert an Gründung von Al-Qaida“ - Experte

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    Können die USA garantieren, dass sie die Kontrolle über die kurdischen Kräfte in Syrien nicht verlieren? Die Antwort liegt klar auf der Hand: Man denke nur an die Al-Qaida. Wenn Washington die syrischen Kurden bewaffne, riskiere es also den Frieden, warnt der türkische Politologe Özdemir Akbal im Sputnik-Gespräch.

    Dass die Vereinigten Staaten die Kurdenmiliz YPG bewaffnen, sei allseits bekannt: „Nach Angaben internationaler Quellen hat Washington rund 2.000 Lkw-Ladungen an Waffen und Munition an die kurdischen Kämpfer geliefert. Lokale Quellen gehen von 4.000 Lkw-Ladungen aus“, so der Experte im Sputnik-Gespräch.

    Die USA halten ihre Armeepräsenz in Syrien weiter aufrecht. Auch unterstützen sie die Kurden weiterhin – trotz anderslautenden Erklärungen der US-Führung. So hat der ehemalige Terror-Experte der CIA, Philip Giraldi, gegenüber der Agentur Sputnik erklärt, die US-Präsenz in der Region werde es Washington ermöglichen, an allen Friedensverhandlungen teilzunehmen, die man ausrichten werde.

    Diese Zusammenarbeit mit den Kurden – die Bewaffnung der YPG durch die USA – sei eine ernste Gefahr für Syrien und die Welt, sagte der Politologe Özdemir Akbal: „Niemand kann garantieren, dass die kurdischen Kräfte eines Tages nicht außer Kontrolle geraten und die einst von den USA geleiferten Waffen nicht dazu benutzen, das Gleichgewicht der Kräfte in der Welt zu bedrohen.“

    Man solle nicht vergessen, wie die Terrororganisation in Afghanistan entstanden sei: „Die Al-Qaida hat sich gebildet infolge jener Waffenhilfe, die die Vereinigten Staaten an die Mudschaheddin leisteten. Mit anderen Worten: Die USA können hier zur Ursache einer sehr großen Bedrohung werden.“

    Russland indes könne eine sehr wichtige Rolle spielen, um die territoriale Integrität Syriens zu garantieren – vorausgesetzt die Türkei zieht mit und „verzichtet auf jedwede Politik, die die syrische Führung beunruhigen könnte“.

    Moskau könnte laut dem Experten die US-Initiativen zu Syrien einschränken: „Russland ist heute eine globale Kraft, ein Spieler, der die Lage im Geleichgewicht hält. Dazu haben zweifelsohne die Militäroperationen in Syrien und die diplomatischen Vorstöße beigetragen“, sagt der Politologe.

    Wenn Syrien und die Türkei jetzt ins Gespräch kämen, dann könnte Russland das Vorgehen der USA in Syrien „Schritt für Schritt neutralisieren“. Das erfordere natürlich Geduld, sei ein langer Prozess. „Und die Türkei muss ihrerseits Anstrengungen unternehmen, damit das möglich wird“, so der Experte.

    Das heißt: „Ankara muss auf aggressive Rhetorik verzichten und davon ablassen, die Außenpolitik als innenpolitisches Instrument einzusetzen“, erklärt der Analyst.

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    Tags:
    Terrororganisationen, Politik, Kurden, Al-Qaida, Syrien, USA