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03:10 13 November 2019
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    Migranten an der libyschen Küste (Archivbild)

    Migranten-Evakuierung aus Libyen: Wie viele, wohin und wie genau – Experte

    © AFP 2019 / Mahmud Turkia
    Politik
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    Frankreichs Präsident Emannuel Macron hat am Rand des EU-Afrika-Gipfels in Abidjan eine dringende Evakuierung der sich in Libyen befindlichen illegalen Migranten vorgeschlagen. Darüber, wie viele von ihnen, wie genau und wohin sie evakuiert werden sollen, hat der französische Politologe Félix Tchicaya in einem Sputnik-Interview gesprochen.

    „Es gibt einen Plan. Leider enthält er einige Ungenauigkeiten“, sagte Tchicaya zu Sputnik. „Nach einigen Angaben handelt es sich um etwa 17.000 Menschen, die sich in Lagern in Libyen befinden, wo sie wie Sklaven behandelt werden. Aber die Rede muss von dem ganzen Flüchtlingsstrom sein“.

    Der Experte glaubt, es sei schwierig zu behaupten, dass 17.000 Menschen unter fast sklavischen Verhältnissen leben würden, während den anderen Flüchtlingen nichts drohe.

    „Dringend müssen diejenigen evakuiert werden, die Sklaven sind, aber es wird schnell klar werden, dass Misshandlung, Gewalt und Schläge eine größere Zahl von Menschen betrifft. Das betrifft alle Migranten, die sich jetzt im Land befinden, und zwar 400.000 Menschen und nicht 17.000 Menschen. Wenn man dringende Maßnahmen vorschlägt, muss man über den Ernst der Situation nachdenken“, betonte Tchicaya.

    Laut dem Experten sollen die Migranten in erster Linie in die Länder evakuiert werden, aus denen sie gekommen waren. „Alle Teilnehmer des Gipfels äußerten ihre Bereitschaft, die vorgeschriebene Zahl der Flüchtlinge aufzunehmen. Wir werden sehen, was daraus werden wird“, so Tchicaya.

    Das Problem besteht hier dem Politologen zufolge darin, dass es in diesen Ländern viele ungelöste Probleme gibt, die die Menschen eigentlich zwingen würden, diese Länder zu verlassen.

    Auf dem Gipfel wurde die Einrichtung einer gemeinsamen Task Force vereinbart, an der die EU, die Afrikanische Union und die Uno beteiligt sein sollen. Tchicaya ist jedoch der Ansicht, dass in diesem Bereich schnelle Handlungen nicht zu erwarten seien.

    „Jetzt ist es bloß ein Projekt. Juristisch gesehen wird diese Initiative auf Unterschiede in der Gesetzgebung der Teilnehmerländer stoßen. Eine außerordentliche Sitzung ist lediglich eine außerordentliche Sitzung, der weitere Sitzungen folgen müssen, in denen beschlossen wird, wie dieser Plan umgesetzt werden soll“, betonte der Experte abschließend.

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    Tags:
    Gipfel, Sklaverei, Lager, Evakuierung, Migranten, Afrikanische Union, Emmanuel Macron, EU, Afrika, Libyen