15:54 18 Juni 2018
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    Zerstörung während des Maidan-Aufstandes 2014 - weitere vier Maidans für die Ukraine?

    „Noch vier Maidan-Revolutionen“ – Ex-Präsident zu Schicksal der Ukraine

    © RIA Novosti . Andrej Stenin
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    Die ukrainische Wirtschaft steckt in einer tiefen Krise. Eine Erholung ist im Moment nicht in Sicht. Der ehemalige Präsident des Landes Wiktor Juschtschenko sieht nun dadurch alle Bedingungen gegeben, dass die Ukraine in den nächsten Jahrzehnten noch mehrere Maidan-Revolutionen wie die von 2014 erleben könnte.

    Laut Juschtschenko wird die Ukraine bis zum Jahr 2032 möglicherweise noch vier Maidan-Revolutionen erleben, wenn die Wirtschaft des Landes nicht bald zumindest erste Anzeichen für eine Erholung aufzeigen wird.

    „Wenn wir uns weiter so entwickeln, wie wir uns in den letzten Jahren entwickelt haben, also etwa zwei Jahre, werden wir das Lebensniveau von 2013 erst in 2032 wieder erreichen. (…) Bis 2032 werden wir so noch vier Maidan-Revolutionen erleben, denn niemand will in dieser Armut leben“, erklärte Juschtschenko.

    Um dies zu verhindern, brauche die Ukraine ein jährliches Wachstum von etwa fünf bis sieben Prozent, betonte der ehemalige Staatschef, der allerdings einst selbst durch einen Maidan-Aufstand an die Macht kam.

    Gleichzeitig erklärte der Ex-Präsident, dass die Probleme in der Wirtschaft nur nach der Beendigung des Konfliktes im Donbass lösbar seien. Wie man diesen Konflikt jedoch konkret lösen könnte, sagte er nicht.

    Der erste Maidan, der oft auch als die „Orange Revolution“ bezeichnet wird, fand im Jahr 2004 statt, als Juschtschenkos Anhänger, der damals einer der Präsidentschaftskandidaten war, den Zentralplatz in Kiew besetzten und die Ergebnisse der Wahlen für gefälscht erklärten. Als Farbe wählten sie orange, was dem Aufstand auch den Namen gab.

    Neun Jahre später – im November 2013 – startete dann der nächste Maidan-Aufstand, als die ukrainische Regierung unter dem damaligen Präsidenten Janukowitsch sich weigerte, das Assoziierungsabkommen mit der EU zu unterzeichnen.

    Wieder wurde Kiews Zentralplatz – der Maidan (deutsch: Platz) der Unabhängigkeit – von Anhängern der Westintegration besetzt. Gewaltbereite und teils schwer bewaffnete ukrainische Nationalisten verwandelten den Aufstand jedoch bald in ein Schlachtfeld gegen die Ordnungskräfte.

    Dutzende Menschen starben auf beiden Seiten – darunter auch durch Scharfschützenbeschuss. Die Frage, wer die Scharfschützen waren und auf wessen Befehl sie gehandelt haben, ist bis heute nicht geklärt, da die ukrainische Führung unter Präsident Poroschenko ernsthafte Ermittlungen verhindert.

    Der Maidan-Aufstand von 2013 – 2014 hat im Endergebnis zum gewaltsamen Sturz des damaligen Präsidenten Viktor Janukowitsch geführt und gilt als Auslöser des Konfliktes in der Ostukraine.

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    Tags:
    Armut, Wirtschaftskrise, Revolution, Maidan, Viktor Juschtschenko, Viktor Janukowitsch, Ukraine
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