05:51 15 November 2018
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    Russischer eisenbahngestützter Raketenkomplex BZRK

    Russlands Atomraketen-Zug rollt vorerst nicht: Geheimprojekt eingestellt - VIDEO

    © Foto : Pressedienst der Strategischen Raketentruppen Russlands
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    Russland hat nach Angaben der Regierungszeitung „Rossijskaja Gaseta“ auf den Bau des im Westen gefürchteten Atomraketen-Zugs Bargusin bis auf weiteres verzichtet. Das noch aus der UdSSR herrührende Projekt war wegen der jüngsten Spannungen mit dem Westen wiederbelebt worden. 2016 gab es sogar einen erfolgreichen Raketentest.

    Das 2014 angekündigte Projekt sah vor, dass ab 2020 mehrere mit Interkontinentalraketen bestückte Züge durchs russische Hinterland geistern und strategische Ziele im Westen im Visier haben sollten. Nun wurde dieser Plan vermutlich auf Eis gelegt.

    Die Tests- und Entwicklungsarbeiten zu Bargusin sind durchgeführt worden. Der Teststart war erfolgreich“, schreibt das Blatt unter Berufung auf einen nicht näher bezeichneten „informierten Vertreter aus der Rüstungsindustrie“.

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    Und weiter: „Wenn es einen dringlichen Bedarf geben sollte, werden wir unseren Raketenzug schnell auf die Schiene bringen. Aber erst einmal vergessen wir ihn.“ Eine Bestätigung von offizieller Seite gibt es vorerst nicht. Erst im Juli hatte Vizepremier Dmitri Rogosin gesagt, die Industrie sei jederzeit bereit, die Bargusin-Produktion zu starten.

    Zum Grund für die Einstellung des Projekts machte der Informant keine Angaben. Die Zeitung vermutet jedoch, dass es an den Finanzen liege: Für einen Vergeltungsschlag habe Russland genug strategische Raketen.

    „Ein neues aufwendiges Atomwaffenprojekt unter den aktuellen wirtschaftlichen Bedingungen zu beginnen, wäre alles andere als vernünftig.“

    Im Kalten Krieg waren die sogenannten Eisenbahn-Raketenkomplexe (BZRK) der Sowjetunion eine bedrohliche Waffe, denn die mit Interkontinentalraketen ausgerüsteten Schienenfahrzeuge waren aus der Luft und dem Weltall nur schwer von zivilen Reise- und Güterzügen zu unterscheiden. Russland musterte 2005 seinen letzten Raketenzug des Typs Molodez aus, wie dies der 1993 unterzeichnete START-II-Vertrag mit den USA vorsah. Der Nachfolgevertrag Start III untersagt den Bau neuer Raketenzüge nicht.

    Anders als das sowjetische Vorgängersystem Molodez, das wegen der massiven Raketenfracht etwas breiter als ein ziviler Zug war, sollten die neuen Bargusin-Züge mit kompakteren Jars-Raketen der jüngsten Generation bestückt werden und daher von den Tausenden Personenzügen, die quer durch Russland rollen, nicht mehr zu unterscheiden sein.

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    Tags:
    Atomwaffen, Bargusin (Raketenzug), Russland