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    Lohngleichheit: Was verdienen die anderen?

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    Politik
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    Von Januar an können Arbeitnehmer Einblick in die Gehälter der Kollegen verlangen. Perfekt ist das neue Gesetz zur Lohngleichheit laut der „Süddeutschen Zeitung“ aber nicht.

    Wie Markulf Behrendt,  Arbeitsrechtler der internationalen Kanzlei Allen & Overy, gegenüber der Zeitung sagte, muss sich eine bestimmte Art von Unternehmen rasch auf das Entgelttransparenzgesetz vorbereiten. Dieses Gesetz verbietet eine ungleiche Bezahlung zwischen Frauen und Männern. 

    Der Experte bestreitet die Existenz des sogenannten Gender Pay Gaps, der Entgeltlücke in der Bezahlung von Männern und Frauen, nicht. Die unbereinigte Quote, die Ausbildung, Berufserfahrung oder Position unberücksichtigt lässt, lag 2016 dem Statistischen Bundesamt zufolge bei 21 Prozent. Die bereinigte Quote betrug 2014 — der Wert wird nur alle vier Jahre erhoben — bei sechs Prozent, so die Zeitung. 

    Das Entgelttransparenzgesetz, das der Bundestag im Juli dieses Jahres verabschiedete, hat ein hehres Ziel — es soll für mehr Gleichberechtigung sorgen, so dass Männer und Frauen für vergleichbare Arbeit den gleichen Lohn erhalten. Um sich auf die Neuerungen vorzubereiten, hatten die Unternehmen Zeit bis zum 6. Januar 2018. Ab diesem Tag kann jeder Arbeitnehmer in Betrieben mit mehr als 200 Beschäftigten Auskunft über die Lohnstrukturen in seinem Unternehmen  verlangen und  erfahren, nach welchen Kriterien seine Tätigkeit bewertet wird und wie seine Bezahlung im Vergleich zu Kollegen dasteht.

    Der Arbeitsrechtler Behrendt kommt auf einen inhabergeführten Konzern zu sprechen, dessen Namen er nicht nennen dürfe. Für den Konzern würde der gleiche Auskunftsanspruch gelten, jedoch unterliege er keiner Tarifbindung. Denn ein Großteil der Gehälter sei individuell verhandelt worden und unterscheide sich deshalb stark, sogar bei ähnlichen Jobs. Solche Unternehmen würden dem Experten zufolge schon an der Bildung einer Vergleichsgruppe scheitern, weil die Vergütung –  speziell bei Führungskräften –  ganz persönlich ohne Vergleichstabellen verhandelt worden sei.

    Behrendt kann sich gut vorstellen, dass besonders weibliche Führungskräfte wie etwa eine Abteilungsleiterin gerne ihr Gehalt verglichen haben möchten. Und spätestens hier fangen nach Meinung vieler Juristen die Probleme des Gesetzes an. Denn zum Vergleich müssen sechs andere Abteilungsleiter gefunden werden, die die gleiche Tätigkeit ausüben.

    "Dies kann selbst bei großen Unternehmen zum Beispiel bei der Position 'Abteilungsleiter in der Rechtsabteilung' schwierig sein", zitiert die Zeitung Florian Harder, Partner bei der Wirtschaftskanzlei Linklaters. Die Beweisführung sei aus Sicht des Arbeitnehmers alles andere als einfach. „Je komplexer Positionen und das Aufgabengebiet sind, desto schneller kann eine Gleichartigkeit mit anderen Positionen verneint werden“, hieß es. 

     

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    Tags:
    Lohn, Gleichheit, Bezahlung, Gesetz, Deutschland