19:48 11 Dezember 2017
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    Serena Williams

    Muskelberge: Laut IOC und Wada sind sie alle „gesunde“ Athleten

    © AP Photo/ Charles Krupa
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    Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat am Dienstag entschieden, dass russische Sportler wegen Dopingvorwürfen nur unter neutraler Flagge an den Olympischen Winterspielen 2018 teilnehmen dürfen. Sputnik zeigt Spitzensportler aus anderen Ländern, die entweder einst legal gedopt haben oder mit entsprechenden Vorwürfen konfrontiert waren.

    Im September 2016 hatte die Hackergruppe „Fancy Bears“ vertrauliche Dokumente der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) veröffentlicht, die eine Reihe von amerikanischen und britischen Sportlern der Einnahme von auf der Dopingliste stehenden Mitteln bezichtigen. Laut den Unterlagen hatte die Wada die Einnahme verbotener Präparate genehmigt. Die Agentur hatte damals die Echtheit von den durch „Fancy Bears“ gehackten vertraulichen Unterlagen auf ihrer offiziellen Website bestätigt.

    Simone Biles

    Simone Biles
    © AP Photo/ Rebecca Blackwell
    Simone Biles

    Turn-Star Simone Biles soll mit Ritalin gedopt haben. Die viermalige Olympiasiegerin aus den USA wurde zwar positiv getestet, aber nie gesperrt. Sie selbst erklärte, sie leide an der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung ADHS und werde deshalb seit Jahren mit Ritalin behandelt.

    Serena Williams

    Serena Williams
    © AP Photo/ Charles Krupa
    Serena Williams

    Die 22-fache Grand-Slam-Siegerin Serena Williams soll in den Jahren 2010, 2014 und 2015 mit Zustimmung der Wada „aus therapeutischen Gründen“ Oxycodon, Hydromorphon, Prednison, Prednisolonum und Methylprednisolon eingenommen haben. Die Athletin selbst bestreitet die Vorwürfe – ebenso wie ihre Schwester Venus.

    Venus Williams

    Venus Williams
    © AP Photo/ Mario Houben
    Venus Williams

    US-Tennisstar Venus Williams  soll von 2010 bis 2013 legal mit Prednison, Prednisolonum, Triamcinolon und Formoterol gedopt haben.

    Marit Björgen

    ​Marit Björgen zeigt gerne ihre Muskelberge vor TV-Kameras. Die norwegische Skilangläuferin, die sechsmal Olympia-Gold geholt hat, war 2010 von ihren Gegnerinnen beschuldigt worden, gewisse „Hilfsmittel“ eingenommen zu haben. Bewiesen wurden diese Vorwürfe aber nie.

    Elena Delle Donne

    Elena Delle Donne
    © AP Photo/ Jessica Hill
    Elena Delle Donne

    Die US-Basketballspielerin soll 2014 die Erlaubnis erhalten haben, von der Wada verbotene Präparate Amphetamin und Cortisol einzunehmen. Donne soll zwei Jahre lang die Substanzen aktiv während Trainings und Wettbewerben eingesetzt haben. Bei den Olympischen Sommerspielen 2016 in Rio de Janeiro holt sie Gold.

    Michelle Carter

    Michelle Carter
    © AP Photo/ Rich Pedroncelli
    Michelle Carter

    Die US-amerikanische Kugelstoßerin wurde positiv auf Glucocorticoiden getestet. Auch Dihydrotestosteron und andere Stoffe soll sie eingenommen haben. Bei den Olympischen Spielen in Rio stellte sie einen Nationalrekord auf.

    Jack Conger

    Jack Conger
    © AP Photo/ Charlie Neibergall
    Jack Conger

    Der US-Schwimmer erhielt eine Goldmedaille in Rio. Dabei soll der Sportler positiv auf Amphetamin getestet worden sein.

    Sam Dorman

    Sam Dorman
    © AP Photo/ Wong Maye-E
    Sam Dorman

    Silber beim Synchronspringen zusammen mit Michael Hixon. Dabei soll der US-Sportler Dorman Prednison eingenommen haben.

    Im Gespräch mit Sputnik hatte im Jahr 2016 Andre Hahn, Mitglied des Sportausschusses im Bundestag, gesagt, es sei zumindest merkwürdig, dass „ausgerechnet mehrere Olympiasieger und Tour-de-France-Gewinner alle krank sind und Mittel nehmen müssen, die auf der Dopingliste stehen“.

    Es bestehe Erklärungsbedarf, betonte er damals. Die Praxis der Erteilung von Sondergenehmigungen für solche Medikamente, die erwiesenermaßen auch leistungsfördernd seien, sei seit langer Zeit umstritten. „Hier verschaffen sich einzelne Sportlerinnen und Sportler ganz klare Vorteile, vor allem, wenn es sich um dauerhafte Genehmigungen handelt – das ist auch eine Wettbewerbsverzerrung“, so Hahn.

    Zum Thema:

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    Tags:
    Doping, Olympische Winterspiele 2018 in Pyeongchang, Welt-Antidoping-Agentur (WADA), Internationales Olympisches Komitee (IOC), Norwegen, USA, Russland
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