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23:50 19 Oktober 2019
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    Ricco Groß zu IOC-Entscheidung: „Ich weiß nicht, ob das die endgültige Lösung ist“

    © Sputnik / RBV/ Andrey Anosow
    Politik
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    Ob die Entscheidung des IOC, russische Athleten nur unter neutraler Flagge bei den Olympischen Spielen in Pyeongchang antreten zu lassen, richtig und endgültig ist, kann Ricco Groß, Trainer der russischen Biathlon-Herren, momentan nicht beurteilen. Einen möglichen Rechtsweg schließt er nicht aus. Sputnik sprach exklusiv mit Ricco Groß.

    Während einer nach dem anderen russische Wintersportler vom IOC für Olympia wegen Dopings gesperrt wurden, stand in den letzten Wochen und Monaten die Frage im Raum, ob gegen Russland eine Kollektivstrafe verhängt wird.  Mit der Entscheidung des IOC vom Dienstagabend scheint nun festzustehen: Saubere russische Wintersportler werden bei den Olympischen Spielen im südkoreanischen Pyeongchang antreten dürfen, aber nur unter einen neutralen Flagge. Auch die russische Hymne wird nicht zu hören sein.

    IOC-Präsident Thomas Bach
    © AFP 2019 / LAURENT GILLIERON / POOL / AFP
    Ricco Groß, Trainer der russischen Biathlon-Herren, hat die IOC-Pressekonferenz nicht mit seinen Schützlingen verfolgen können, da er anderweitige Termine hatte. Doch natürlich sei die IOC-Entscheidung das Tagesthema Nummer eins gewesen. Ob die Entscheidung des IOC die richtige Lösung gewesen sei, wolle er nicht beurteilen, so Groß. Wichtig sei, dass den Athleten, die tatsächlich ehrlichen und sauberen Sport betrieben haben, die Möglichkeit gegeben werde, bei den Olympischen Spielen um die Medaillen mitzukämpfen.

    „Ich weiß nicht genau, ob das die endgültige Lösung ist. Sicherlich wird es auch noch juristische Möglichkeiten seitens der russischen Regierung geben, um da noch eine Verbesserung herzustellen. Aber ich weiß es nicht – dafür ist die Meldung viel zu aktuell, viel zu brisant. Ich kann mir vorstellen, dass es noch zu weiteren Gesprächen kommen wird, wie das genau ablaufen soll.“

    Auch bezüglich eines möglichen Boykotts der Winterspiele seitens des gesamten russischen Teams hält sich der Trainer der russischen Biathleten bedeckt.

    „Ob es eine staatliche Entscheidung geben wird, nicht zu starten, das kann ich nicht einschätzen.  Fakt ist, dass sich die Biathleten wunderbar darauf vorbereitet haben und sich auch auf diese Olympischen Spiele freuen. Darum finde ich es auch gut, dass jetzt die Möglichkeit gegeben ist, dass die Athleten startberechtigt sind.“

    Von seiner Seite habe er alles getan, um möglichst viel Transparenz zu schaffen und den Kritikern bei WADA, IOC und IBU den Wind aus den Segeln zu nehmen:

    „Wir haben die letzten drei Jahre nur in Mitteleuropa trainiert und haben sämtlichen Institutionen wie der WADA und den nationalen Anti-Doping-Agenturen die Möglichkeit gegeben, unsere Sportler zu kontrollieren, den Nachweis zu erbringen, dass wir fair kämpfen.“

    Die anhaltenden Diskussionen und die lange erwartete Entscheidung des IOC hätten seine Schützlinge dennoch spürbar belastet, so Ricco Groß.

    „Das Schlimme ist eigentlich, dass es die Athleten schon die ganze Zeit beschäftigt hat und sie in dem Moment auch nicht ihre optimale Leistung in den letzten Wettkämpfen abrufen konnten. Jetzt ist erstmal Klarheit da. Sicherlich wird viel darüber diskutiert werden, aber wir müssen auch zusehen, dass wir so schnell wie möglich wieder zum Tagesgeschäft zurückkommen.“

    Groß sieht aber keine Gefahr, dass die Athleten nun angesichts der IOC-Entscheidung die Arme sinken lassen, im Gegenteil. Man werde sich im Team zusammensetzen und die nächsten Wettkämpfe im Weltcup fokussiert angehen.

    Bericht: Ilona Pfeffer

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    Tags:
    Olympische Winterspiele 2018 in Pyeongchang, IOC, Ricco Groß, Russland