19:57 11 Dezember 2017
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    Präsident der Türkei Recep Tayyip Erdogan (Archiv)

    Erdogan baut „Achse der Ordnung“: Antwort auf US-Beschluss zu Jerusalem kommt

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    Washingtons Entscheidung zu Jerusalem ist ein brennendes Streichholz, das einen Konflikt entfachen kann. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sagte dies gegenüber Journalisten. Trump handele wie ein Mixer, der die gesamte Region durchschüttele.

    Es gebe ja einen international anerkannten Beschluss zu Jerusalem: Diese Stadt soll „die gemeinsame Hauptstadt des israelischen und palästinensischen Staates“ werden, erinnert der Nahost-Experte Alexej Obraszow laut dem Portal „rueconomic“. Allerdings werde dieser Beschluss nicht umgesetzt, Israel sei kategorisch dagegen.

    Trumps Erklärungen diesbezüglich seien „teilweise sinnentleert“, betont der Experte: „In den USA wird Jerusalem seit Langem schon als israelische Hauptstadt anerkannt, ihre Botschaft wollten die Amerikaner dorthin aber nicht verlegen, solange das Problem Ost-Jerusalems nicht gelöst ist.“

    Jetzt aber könnten die Vereinigten Staaten den entschlossenen Schritt wagen und die Botschaft dorthin verlegen, sagt der Analyst. „Es gibt Informationen, wonach Trump bereits einen Entwurf und eine Kostenrechnung in Auftrag gegeben haben soll. Dieser Schritt wird aber nicht nur in der arabischen, sondern in der gesamten muslimischen Welt reichlich Unmut provozieren.“

    Die Türkei hat sich bereits klar positioniert, so das Portal. Erdogan bezeichnete diesen Ansatz als rote Linie und drohte Israel mit dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen. Medien berichten, in der Türkei seien vor diesem Hintergrund Massenproteste ausgebrochen. Der Nahost-Experte sagt: „Ja, wir sehen Protestwellen, Flaggenverbrennungen, Solidaritätsmärsche – doch klare, deutliche, harte Schritte sind diesbezüglich nicht zu erwarten.“

    Die Türkei habe einst sehr gute Beziehungen zu Israel gehabt: „Sie war eines der ersten muslimischen Länder, die die israelische Staatlichkeit anerkannt haben. Lange Zeit waren sie fast schon strategische Partner in der Region. Seit dem Zwischenfall mit den türkischen Schiffen, als israelische Spezialeinheiten diese enterten, hat die Beziehung aber Schaden genommen“, erklärt der Politologe.

    Angesichts des unüberlegten Vorgehens Washingtons stehe im Nahen Osten die Ordnung wieder hoch im Kurs, schreibt das Portal. Derweil hätten sich Russland, die Türkei und der Iran auf die Zusammenarbeit eingespielt: Sie könnten jeder Herausforderung in der Region trotzen. „Dass Erdogan angekündigt hat, das Problem mit Putin zu besprechen, zeigt dessen Wunsch, die Lage und die Meinung anderer großer Akteure in der Region zu sondieren“, so der Experte laut dem Portal.

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    Tags:
    Folgen, Antwort, Beschluss, Donald Trump, Recep Tayyip Erdogan, USA, Israel, Türkei
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