09:40 17 Juli 2018
SNA Radio
    Ein Ausschnitt aus einem bislang unveröffentlichten Video der Hochzeit von Hamza Bin Laden

    Al-Qaida zeigt Botschaft von Bin Ladens Sohn: „Saudis haben Palästina verraten“

    © AP Photo / CIA
    Politik
    Zum Kurzlink
    88312

    Über Trumps Jerusalem-Beschluss herrscht viel Unmut, gerade bei den Muslimen. Für die Al-Qaida ist das ein willkommener Moment, um sich als Schutzpatronin des Islams und der Palästinenser zu profilieren, wie das Portal „newsru“ schreibt. So sei die Videobotschaft zu verstehen, die die Terrororganisation jüngst veröffentlicht hat.

    Den Jerusalem-Beschluss des US-Präsidenten erwähnt Hamza bin Laden in seiner Videobotschaft zwar nicht – offensichtlich ist das Video vorher aufgenommen worden – doch der Zeitpunkt könnte nicht besser sein: Gerade jetzt könne die Al-Qaida von Trumps Beschluss profitieren, berichtet der Sender „Voice of America“, den das Portal zitiert.

    Die Terrororganisation hat am Samstag eine 17-minütige Videobotschaft von Hamza bin Laden, dem Sohn des ehemaligen Terroristenführers Osama bin Laden, veröffentlicht. Bin Laden Jr. werde, so das Portal, als potentieller Anführer der terroristischen Vereinigung gehandelt.

    Nach Trumps Entscheidung zu Jerusalem: „Fatah“ macht mobil

    In seinem Video erhebt Hamza bin Laden schwere Vorwürfe gegen das saudische Königshaus. Dieses habe Palästina verraten, heißt es laut dem Portal. Riad habe hinsichtlich der Entscheidung Trumps, die US-Botschaft nach Jerusalem zu verlegen, eine moderate Position eingenommen – als enger Verbündeter der Vereinigten Staaten in der Region eben.

    Die Veröffentlichung der Videobotschaft könne auch, so das Portal, gegen den Islamischen Staat – einen Al-Qaida-Ableger – gerichtet sein. Demnach wirft der IS der Al-Qaida vor, nicht genug getan zu haben, um die Palästinenser konkret zu unterstützen.

    Stattdessen sei der Palästinenser-Konflikt für eigene Zwecke benutzt worden: Seit 60 Jahren sei Jerusalem „in jüdischer Hand“, doch jetzt, „wenn die Kreuzritter die Stadt zur Hauptstadt erklären“, vergieße man Tränen, schreibt laut „newsru“ der IS auf seinem eigenen Portal. Als wahren Beschützer Jerusalems und der dortigen Al-Aqsa-Moschee sieht der IS demnach nur sich selbst.

    Die Besetzung des Westjordanlands und des Gaza-Streifens durch die israelische Armee sind die zentralen Themen der Al-Qaida seit deren Gründung durch Osama bin Laden. So hat die Al-Qaida-Führung in ihrer ersten Erklärung zu Trumps Jerusalem-Beschluss am vergangenen Donnerstag angedroht: Amerika könne vom Frieden nicht mal träumen, „solange der Frieden für uns in Palästina nicht Wirklichkeit wird“.

    Der „allerrichtigste und kürzeste Weg“, sich der Aggression und der Arroganz Amerikas, „dieses Pharaos unserer Epoche“, zu widersetzen, sei der Dschihad, hieß es in der Erklärung laut dem Portal.

    Das Gesetz über die Verlegung der israelischen US-Botschaft nach Jerusalem war bereits 1995 verabschiedet worden – mit der Maßgabe, es bis 31. Mai 1999 umzusetzen. Das Gesetz räumt dem US-Präsidenten jedoch ein Veto ein, das von Bill Clinton, George W. Bush und Barack Obama halbjährlich verhängt wurde, um eine Eskalation der Sicherheitslage im Nahen Osten zu vermeiden. Der US-Präsident Donald Trump hat indes am 6. Dezember erklärt, es sei an der Zeit, Jerusalem als Israels Hauptstadt anzuerkennen.

    Tags:
    Al-Qaida, Hamza Bin Laden, Donald Trump, Jerusalem
    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren