05:17 18 Oktober 2018
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    S-300, Buk-M2 oder … Welche Raketen will Serbien in Russland kaufen?

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    Welches Flugabwehrsystem Serbien in Russland kaufen will – darüber kann man derzeit nur rätseln. Die Kaufabsicht hat der serbische Präsident Aleksandar Vucic jedenfalls bereits verkündet. Auch sollen sechs russische Transporthubschrauber für das serbische Militär beschafft werden.

    Naheliegend wäre es ja, das S-300-System zu kaufen. Doch diese Flugabwehrraketen seien für Serbien nicht die richtigen, sagte der Militärexperte Miroslav Lazanski im Sputnik-Gespräch. Mit diesem Flugabwehrsystem seien Serbiens Nachbarn bewaffnet, die Nato-Mitglieder Griechenland und Bulgarien. „Also braucht Serbien etwas Neueres.“

    Was Serbien benötige, sei ein zuverlässiges Flugabwehrsystem mittlerer Reichweite: „Optimal wäre das Panzyr-S1 oder Buk-M2. Dieses wäre auch mit unseren Kub-Raketen kompatibel. Und sie wären für unsere Zwecke auch völlig ausreichend“, so der Experte.

    Flagge von Serbien in Belgrad
    © AP Photo / Darko Vojinovic
    Man könne aber auch das Fla-System Antej-2500 in Betracht ziehen – eine Exportvariante von S-300: „Es ist besser als das S-300, in mancher Hinsicht vielleicht sogar mit dem S-400 vergleichbar. Wobei ich nicht ganz sicher bin, dass die Russen es verkaufen wollen. Und dieses Spielzeug ist auch nicht gerade günstig“, sagt Lazanski.

    Ein teures System braucht Serbien in der Tat nicht, betont der Experte. Das Land müsse sich nicht als militärische Führungsmacht auf dem Balkan positionieren.

    „Dafür hätten wir das Geld auch gar nicht. Ein Flugabwehrsystem ist auch nicht ausreichend: Wenn Sie ein S-300-System kaufen, egal welches, brauchen sie mindestens eine Division. Das sind also 18 Fahrzeuge, mit je vier Startsilos. Hinzu kommen die Raketen, das Radar – ein hübsches Sümmchen“, so der Fachmann.

    Bei den Hubschraubern habe sich Serbien für russische Modelle entschieden, weil das Land bereits Mi-17 und mehrere Mi-8 im Einsatz habe. Wobei: Die älteren Mi-8 müssten langsam überholt werden.

    „Wir haben die notwendige Infrastruktur, die Logistik“, sagt der Militärexperte. „Unsere Techniker wurden an den russischen Hubschraubern ausgebildet. Und die Piloten können problemlos von den Mi-8 auf die Mi-17 umsatteln.“

    Flaggen von der USA und Kosovo in Pristina (Archiv)
    © AP Photo / Visar Kryeziu
    Zudem seien Transporthubschrauber aus Russland die günstigsten am Markt: „Mi-17 ist derzeit der beste Hubschrauber seiner Klasse, und außerdem ist er günstiger als westliche Konkurrenten“, so Lazanski.

    Mit russischer Rüstungstechnik ist Serbien indes vertraut: Erst 2016 haben Moskau und Belgrad die Lieferung von sechs MiG-29-Kampfjets, 30 Kampfpanzern und 30 Spähpanzern vereinbart. Die Flugzeuge sind bereits ausgeliefert worden.

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    Kauf, Raketen, Armee, S-300-System, Buk-M2, Serbien, Russland