16:47 18 Januar 2018
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    Aleppo. Archivbild 2016

    Vermindert der Iran seine Militärpräsenz in Syrien?

    © AFP 2018/ Stringer
    Politik
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    Russland zieht bereits seine Truppen aus Syrien ab, andere Verbündete von Damaskus sind bereit, dies zu tun – wären da nicht die US-Truppen, die sich unerlaubt auf syrischem Boden befinden. Der iranische Politologe und Journalist Hassan Hanizadeh spricht gar von einer Okkupation syrischer Gebiete durch die USA.

    Es sei nun mal ein Fakt, um den man nicht herumkomme: „Die USA haben einige Regionen Syriens absolut illegal besetzt, indem sie dort Stützpunkte eingerichtet haben“, sagte Hassan Hanizadeh, ehemaliger Chef-Redakteur der staatlichen Nachrichtenagentur „Mehr News Agency“ im Sputnik-Gespräch.

    „Allein in Rakka sind über 2000 US-Soldaten stationiert. Eine Erlaubnis dafür haben die USA von der syrischen Regierung nicht erhalten.“ Syriens Verbündete stimmten daher überein, dass Washingtons Truppen unbedingt abrücken müssen.  

    Teheran seinerseits werde sein Kontingent aus Syrien jederzeit abziehen, sobald Damaskus darum bitte, sagt der Experte. Doch stifte die Präsenz der US-Armee in Syrien Unruhe: „Die Terrorgruppen in Syrien werden ja von Amerikas Hand weiter genährt. Eben deshalb besteht die syrische Regierung darauf, dass zumindest ein Teil der verbündeten Truppen in Syrien bleibt. Das ist notwendig für den Fall, dass mit dem Zutun der Amerikaner wieder Terroristen nach Syrien verlegt werden, um erneut einen Konflikt zu entfachen.“

    Russland gehe da mit gutem Beispiel voran: „Trotz des Teilabzugs der russischen Truppen auf Putins Befehl steht die Luftwaffenbasis in Hmeimim den Russen weiterhin zur Verfügung. Ein russisches Kontingent bleibt also in Syrien – und es hat auch das Recht dazu, im Gegensatz zu den US-Amerikanern“, betont der Analytiker.

    „Sollte es wieder notwendig sein, könnten Russland, der Iran und weitere Verbündete zusätzliche Truppen nach Syrien verlegen, um für Sicherheit zu sorgen.“ Derzeit aber sei in Syrien ein Prozess des Friedens und der Stabilität zu beobachten – vor allem dank Russland.

    „Moskau ist sich im Klaren, dass alle Terrorgruppen in Syrien von den USA und deren regionalen Verbündeten geschaffen wurden. Russland hat in diesem Kampf gegen den Terror einen hohen Preis bezahlt. Und seine Verbündeten standen ihm zur Seite: der Iran, die syrischen Regierungstruppen, die Volksmilizen und die Hisbollah. Die Katastrophe konnte verhindert werden: Syrien ist nicht zum neuen Somalia des Nahen Ostens geworden. Diese Zusammenarbeit der Verbündeten geht weiter.“

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    Tags:
    Militär, Syrien, Iran
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