09:47 23 Oktober 2018
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    US-Raketenkomplex in Polen (Archivbild)

    US-Raketenabwehrsysteme in Rumänien und Polen nicht für Tomahawk geeignet – Pentagon

    © AFP 2018 / WOJTEK RADWANSKI
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    Die US-Raketenabwehrsysteme Aegis Ashore in Rumänien und Polen sind nicht fähig, Tomahawk-Marschflugkörper zu starten. Dies erklärte am Mittwoch der Vize-Direktor der amerikanischen Agentur für Raketenabwehr, Konteradmiral Jon Hill, im Zentrum für strategische und internationale Studien.

    Die Frage, ob Tomahawk-Marschflugkörper von den Raketenabwehrsystemen Aegis Ashore abgefeuert werden können, beantwortete er mit „Nein“. „Sie sind nicht fähig, Marschflugkörper zu starten“, sagte er und verwies darauf, dass sie „ganz andere Kontrollsysteme“ hätten. Laut dem Konteradmiral stellen diese Komplexe „für Russland keine Bedrohung dar“.

    Die USA haben im Rahmen des etappenweisen Aufbaus ihres Raketenabwehrsystems in Europa mobile Batterien mit Abfangraketen SM-3 in der rumänischen Ortschaft Deveselu stationiert und sie am 12. Mai 2016 in Dienst gestellt. Wie Admiral Jon Hill bestätigte, ist die Entfaltung einer ebensolchen Basis in der polnischen Ortschaft Redzikowo in vollem Gange. Zuvor hieß es, dass dieses Objekt im Jahr 2018 fertiggestellt sein werde. Für diese Zwecke sollen im neuen Finanzjahr, das am 1. Oktober begonnen hat, 90 Millionen Dollar ausgegeben werden.

    Laut Hill „verhandeln die USA jetzt mit anderen Ländern, die Aegis Ashore Systeme auf ihrem Territorium stationiert haben wollen“. Um welche Länder es sich handelt, darauf ging der Konteradmiral nicht ein.

    Das russische Außenministerium hatte wiederholt erklärt, dass Washington mit der Stationierung seiner Raketenabwehrsysteme Aegis Ashore in den Ländern Osteuropas gegen seine Verpflichtungen zum Vertrag über Raketen mittlerer und geringer Reichweite (INF-Vertrag) verstoße.

    „Früher hieß es aus Washington, das Raketenabwehrsystem sei zur Bekämpfung der Bedrohungen vonseiten des Irans und Nordkoreas bestimmt“, sagte am 5. Dezember der Vize-Außenminister Sergej Rjabkow in der Gesellschaftlichen Kammer der Russischen Föderation.

    „Nun geben die USA faktisch offen zu, dass das Hauptziel der Raketenabwehr Russland und sein Potential zur nuklearen Eindämmung sind“, stellte Rjabkow fest. „Zum kommenden Jahr planen die USA, Startvorrichtungen nach Polen zu liefern, deren Auftauchen auf dem Festland durch den INF-Vertrag verboten ist, da sie fähig sind, nicht nur Abwehrraketen, sondern auch Marschflugkörper zu starten“, betonte Russlands Vize-Außenminister.

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    Tomahawk-Marschflugkörper, US-Flugabwehrraketen Patriot, Luftabwehrsystem THAAD, INF-Vertrag, Pentagon, Rumänien, Polen, USA