12:13 18 August 2018
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    zerstörte Häuser, Donezk (Archiv)

    Russisches Parlament stuft Kanada als Konfliktpartei in Ostukraine ein

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    Politik
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    Nach der Entscheidung in Ottawa, tödliche Waffen an die Ukraine zu liefern, hat die Staatsduma Russlands Kanada als eine Konfliktpartei im Donbass eingestuft. Ottawa sei bestrebt, den Bürgerkrieg im Osten der Ex-Sowjetrepublik zu verstärken, hieß es in Moskau.

    „Kanada stellt Schnellfeuerwaffen nach NATO-Standards her“, sagte Oberst a. D. Alexander Schilin dem Portal rueconomics.ru. „Deshalb wird die ukrainische Armee einfach nicht in der Lage sein, diese Waffen sofort einzusetzen, weil dem Personal der Umgang damit noch beigebracht werden soll. Das nimmt Monate in Anspruch. Dabei wird Kiew seine Armee nicht komplett auf NATO-Standards umstellen können. Folglich werden beachtliche Summen einfach verschleudert“, meinte der Militärexperte.

    Nach dem Zerfall der Sowjetunion erbte die Ukraine derart viel Schusswaffen und Munition, dass ihre Reserven noch 25 Jahre lang geplündert werden konnten. Gerade damit befasst sich Kiew seit der Erlangung der Unabhängigkeit. Deshalb werden kanadische Waffenlieferungen bei weitem nicht ausschlaggebend sein.

    Die russische Staatsduma wies darauf hin, dass der Beschluss Kanadas, die Ukraine auf die Liste von Ländern zu setzen, die mit kanadischen Schusswaffen beliefert werden dürfen, die Zahl der Opfer im Konflikt im Südosten der Ukraine nur erhöhen wird.

    „Das ist unbestritten. De facto bekundete Ottawa die Absicht, Waffen an eine Seite im Bürgerkrieg zu liefern und somit die Tötung ukrainischer Bürger durch andere ukrainische Bürger anzuspornen. Dabei sind tödliche Waffen für eine radikale Seite bestimmt, die sich bislang mehrmals für eine gewaltsame Lösung der Krise ausgesprochen hat. Das Schema sieht genauso aus wie in Syrien, wo die USA Extremisten mit Waffen versorgen, die gegen Damaskus kämpfen“, fuhr Schilin fort.

    Das Prinzip sei ganz einfach: Es komme darauf an, noch mehr Öl ins Feuer zu gießen, um den Konflikt weiter schwelen zu lassen, koste es was es wolle, um Chaos zu stiften, die Konfrontation zu verstärken und keine Feuerpausen zuzulassen.

    Dem Experten zufolge erhielt die Ukraine nach dem Zerfall der Sowjetunion Anfang der 1990er Jahre eine ausgezeichnete Armee: Drei äußerst starke Wehrbezirke mit einem Personal von insgesamt rund 800.000 Mann. „Die Truppen waren mit einer großen Zahl moderner Kampftechnik ausgerüstet. Der Zahl der Panzer (etwa 6.100 Stück) und der Flugzeuge (rund 1.100 Stück) nach lag die Ukraine an vierter Stelle hinter den USA, Russland und China. Im Land gab es fast 700 Rüstungsbetriebe, die im Grunde genommen beliebige Kriegstechnik herstellen konnten“, sagte Schilin.

    Jetzt bettele der ukrainische Präsident Petro Poroschenko in den USA um Javelin-Panzerabwehrraketen, Luftabwehrraketen und Kriegsschiffe. Aber das Pentagon sehe von Lieferungen tödlicher Waffen an Kiew weiterhin ab und stelle der Ukraine lediglich ausgemusterte Geländewagen zur Verfügung. Dazu kämen auch Ernährungs-Sets, Bekleidung, Zielrohre, Funkgeräte und Nachtsichtgeräte.

    „Die alten sowjetischen Waffenarsenale in der Ukraine sind so groß, dass sie auch in den zurückliegenden 25 Jahren nicht ausverkauft werden konnten. Die Ukraine hat auch jetzt noch genug Schusswaffen, so dass NATO-Gewehre und —Schnellfeuerwaffen nicht nötig sind“, betonte der Militärexperte.

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    Tags:
    Konflikt, Waffenlieferungen, Petro Poroschenko, Kanada, USA, Russland, Ukraine
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