09:35 16 Oktober 2018
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    Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz Wolfgang Ischinger

    „Unerträglich gefährlich“: Ischinger zu Konfrontation zwischen Russland und USA

    © East News / Hermann Bredehorst / Polaris
    Politik
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    Die Spannung in den Beziehungen zwischen Russland und den USA hat ein Ausmaß erreicht, dass das Risiko einer möglichen Konfrontation im Nahen Osten, der Ukraine oder Ostasien „unerträglich gefährlich“ geworden ist. Diese Auffassung äußerte der Chef der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, in einem Interview mit dem „Münchner Kurier“.

    „Die Lage ist geostrategisch gefährlicher, als sie es seit dem Ende der Sowjetunion je war", sagte Ischinger. Glücklicherweise habe es bislang keinen „eskalierenden Zusammenstoß" zwischen amerikanischen und russischen Schiffen oder Flugzeugen gegeben.

    Allerdings sei das Vertrauen zwischen dem Pentagon und der Führung des russischen Militärs gegen null gesunken, was die „konfrontative Lage" im Nahen Osten, in der Ukraine oder in Ostasien „unerträglich gefährlich" mache, betonte er.

    Dieser Mangel an Vertrauen sei schon unter Barack Obama zutage getreten, der Russland einmal als Regionalmacht bezeichnet habe: „Ich glaube, das hat Wladimir Putin zutiefst gekränkt. Und ich kann mir vorstellen, dass er dafür sorgen wollte, dass dieser Satz in Washington nicht wiederholt wird", so Ischinger.

    Zudem zeigte sich Ischinger über die Aussichten des Vertrages über nukleare Mittelstreckensysteme (INF-Vertrag) besorgt, der 1987 zwischen Moskau und Washington abgeschlossen worden war. Die Abschaffung des INF-Vertrages würde dazu führen, dass es keine Rüstungskontrolle für Nuklearwaffen geben werde. „Für uns wäre das katastrophal", äußerte er.

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