04:45 24 Januar 2018
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    OSZE-BEobachter in der Ukraine (Archivbild)

    Donbass: Moskau beruft Offiziere aus Zentrum der OSZE-Mission ab – was nun?

    © Sputnik/ Alexei Kudenko
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    Nach Angaben der Volksrepublik Donezk werden die russischen Offiziere, die bei dem ukrainisch-russischen Zentrum für Kontrolle und Koordinierung bei der OSZE-Beobachtermission in der Ukraine tätig sind, den Donbass nächste Woche verlassen. Ein Sicherheitspolitiker kommentiert mögliche Folgen dieser Abberufung für die Lage in der Ukraine.

    Die russischen Offiziere, die beim ukrainisch-russischen Gemeinsamen Zentrum für Kontrolle und Koordinierung tätig seien, würden den Donbass im Laufe der nächsten Woche verlassen, sagte der Sprecher des operativen Kommandos der selbsterklärten Volksrepublik Donezk, Eduard Bassurin, in einer Pressekonferenz am Samstag. Die Vertreter der Volksrepublik Donezk würden ihre Tätigkeit im Zentrum fortsetzen, betonte er.

    „Vorläufig weiß ich nichts von der Ankunft der nächsten Gruppe“, so Bassurin.

    Das ukrainisch-russische Zentrum für Kontrolle und Koordinierung soll die OSZE-Beobachter bei ihrer Tätigkeit unterstützen.

    Am Donnerstag hatte die Ukraine-Beobachtermission der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) den Beschluss Russlands bekanntgegeben, seine Offiziere, die in dem Gemeinsamen Zentrum tätig sind, vom ukrainischen Territorium abzuberufen. Einen entsprechenden Brief hatte ein Vertreter der ukrainischen Streitkräfte bei dem Gemeinsamen Zentrum der OSZE-Beobachtermission im Hauptquartier des Zentrums überreicht.

    Zuvor hatte es Medienberichte gegeben, denen zufolge die ukrainische Seite den Zugang der russischen Offiziere zu dem Gemeinsamen Zentrum maximal eingeschränkt hatte. Ukrainische Militärs sollen sich demnach deutlich aggressiv gegenüber ihren russischen Kollegen verhalten.

    Der Vizechef des Verteidigungs- und Sicherheitsausschusses des russischen Oberhauses, Franz Klinzewitsch, warnte vor schwerwiegenden Auswirkungen der Abberufung der russischen Offiziere aus dem Gemeinsamen russisch-ukrainischen Zentrum, sollte dieser Rückzug endgültig sein. Denn Kiew werde sich nicht um einen Dialog mit den selbsternannten Volksrepubliken bemühen, ist sich Klinzewitsch sicher:

    „Die ukrainischen Behörden und (Präsident) Petro Poroschenko würden nämlich glauben, sie hätten ihre Hände frei“, sagte er in einem Interview mit der Nachrichtenagentur RIA FAN. Angesichts der Lieferungen von letalen Waffen, des Abschlusses des Trainings der ukrainischen Soldaten durch US-amerikanische und kanadische Ausbilder und der Verlegung von schwerer Militärtechnik an die Trennungslinie entwickle sich die Lage in Richtung eines weitgreifenden Krieges, betonte er.

    Sollte Poroschenko eine solche großangelegte Offensive anordnen, würde selbst die Existenz der Ukraine als Staat in Frage gestellt werden:

    „Selbst ein sehr fanatisch eingestellter ukrainischer Soldat ist sich darüber im Klaren, dass die Situation für ihn ein schlimmes Ende haben würde. Die Einwohner der Volksrepubliken Lugansk und Donezk würden ihre Familien und Häuser verteidigen. Sehr viel Blut würde vergossen werden“, sagte er.

    Mit der Einleitung der Kämpfe würde das Staatswesen der Ukraine am Ende stehen: „Das Land steht kurz vor dem Sturz, und ein Krieg würde eine negative Einstellung nicht nur bei den Ukrainern, sondern auch bei der ganzen Weltgemeinschaft hervorrufen.“

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    Tags:
    Zentrum, Offiziere, Beobachtermission, OSZE, Russland, Ukraine