23:05 20 November 2019
SNA Radio
    Übung der russischen Pazifikflotte

    „Gegen Überraschungsangriff“: Warum Russland neue Armee nahe Alaska aufstellt

    © Sputnik / Vitali Ankow
    Politik
    Zum Kurzlink
    51926
    Abonnieren

    Russland will laut Medien an der Pazifikküste eine neue, schlagkräftige Luftwaffen- und Luftabwehr-Armee aufstellen, die auf einen Überraschungsangriff gefasst sein soll. Sputnik fragte Politiker und Experten, was es mit diesen Vorhaben auf sich habe.

    Die Tageszeitung „Iswestija“ hatte unter Berufung auf das Verteidigungsministerium des Landes berichtet, dass die Marineflieger und Flugabwehrkräfte der russischen Pazifikflotte 2018 zu einer neuen schlagkräftigen Armee fusionieren sollen. Die neue selbständige Formation mit Stab auf der Halbinsel Kamtschatka soll potenzielle Bedrohungen im Auge behalten und im Notfall einen Überraschungsangriff kontern können.

    Admiral Wladimir Walujew, Ex-Befehlshaber der russischen Ostsee-Flotte, bezeichnete die geplante Formation als einen Schild, der Bodentruppen im nordöstlichen Russland schützen soll. Die neue Armee könnte im Ernstfall nicht nur auf Kamtschatka, Tschukotka und über den Kurilen-Inseln, sondern auch im Japanischen Meer und im Ochotskischen Meer gegen feindliche Marschflugkörper, ballistische Raketen und Flugzeuge kämpfen.

    USA setzen auf Alaska „Anakonda-Plan“ gegen Russland um>>

    Wenn man in der Region dazu noch Küstenschutz-Raketensysteme aufstellen und mit Kalibr-Marschflugkörpern bewaffnete Schiffe  in Stellung bringen würde, wäre die Region auch gegen Flugzeugträger-Kampfgruppen sicher geschützt, sagte der Admiral.

    B-2 Spirit
    © Foto : US Air Force / Cherie A. Thurlby
    Juri Schwatkin, Vizechef des Verteidigungsausschusses der Staatsduma (russisches Parlamentsunterhaus), führte die Bildung der neuen Armee auf die sicherheitspolitische Situation in der Region zurück. Russland verstärke die Streitkräfte „gerade in jenen Richtungen, aus denen für unser Land Bedrohungen ausgehen können“.

    Militärexperte Viktor Murachowski mutmaßte seinerseits, dass die neue Armee einfach die Kommandostruktur optimieren und die Luftabwehr effizienter gestalten solle. Im Westen Russlands seien die Luftstützpunkte bereits in Regimenter und Divisionen transformiert worden. „Jetzt ist der Osten des Landes an der Reihe“, sagte der Experte. Er verwies darauf, dass die Amerikaner auf Alaska einen Luftwaffenstützpunkt haben. „Hinzu kommen sechs Flugzeugträger der US-Marine im Pazifik. Russland hat in dieser Region schon Abfangjäger stationiert, was sich offenbar mit der Nähe Alaskas erklärt.“

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Russland schickt Langstreckenbomber nach Indonesien
    Tags:
    Russland