16:47 16 Juli 2018
SNA Radio
    Syriens Präsident Bashar Assad (Archiv)

    „Syrisches Blut an den Händen“ – Assad zur Rolle Frankreichs im Syrien-Krieg

    © AP Photo / Syrian Presidency Facebook page
    Politik
    Zum Kurzlink
    224555

    Am Montag hat der syrische Präsident Baschar al-Assad vor Journalisten klare Worte für Frankreich und den Westen allgemein gefunden und seine Sicht auf den Konflikt in Syrien aufgezeigt.

    Assad sieht den Krieg gegen den Terror in seinem Land noch lange nicht als beendet an, denn außer dem kollabierenden IS sind laut dem Präsidenten viele weitere Terrorgruppierungen aktiv und stellen eine Gefahr für Syrien dar. 

    Die Eliminierung der IS-Terrormiliz sei dabei ein Etappenziel, aber noch nicht der endgültige Sieg.

    „Der Terrorismus begrenzt sich nicht auf den IS. Der IS ist nur ein Teil des Terrorismus. Und solange es solche Terrororganisationen wie den IS, die al-Nusra-Front und Organisationen mit anderen Namen gibt, bedeutet es, dass wir noch im Krieg sind“, erklärte der syrische Präsident.

    Erst wenn „der letzte Terrorist unabhängig von seinem Namen“ getötet sei, werde man von einem Ende des Krieges sprechen können.

    „Nur dann werden wir es einen Sieg nennen können“, so Assad weiter.

    Harte Worte hatte der Staatschef für die Rolle des Westens in dem Konflikt.

    Auf eine Frage der Journalisten, wie Assad die Erklärungen Frankreichs über fehlende Ergebnisse der Verhandlungen von Genf kommentieren könne, verwies er auf die Verantwortung Frankreichs und anderer westlicher Staaten für das Leid in seinem Land.

    „Was Frankreich angeht, so ist bekannt, dass es diejenigen angeführt hat, die den Terrorismus in Syrien unterstützt haben. Seit den ersten Tagen der Krise klebt an (Frankreichs – Anm. d. Red.) Händen syrisches Blut“, so das harte Urteil Assads.

    Zudem habe sich die Position von Paris auch jetzt kaum geändert. Wer am Anfang aber die Terroristen unterstützt habe, sollte sich jetzt jegliche Kritik an den Ergebnissen der Friedensverhandlungen verbieten, so der Staatschef.

    Zudem existiere der internationale Terrorismus als solches überhaupt nur wegen der Politik des Westens.

    „Wir sollten unbedingt einsehen, dass, wenn versucht wird, die gesamte Aufmerksamkeit ausschließlich auf den IS zu richten, das nur ein Versuch ist, davon abzulenken, dass der Terrorismus wegen der Unterstützung seitens des Westens existiert“, betonte Assad.

    Große Hoffnungen legt der syrische Staatschef derweil auf den angestrebten „Kongress des syrischen Nationalen Dialogs“, der in der russischen Schwarzmeerstadt Sotschi stattfinden soll. Die Bedingungen für eine neue Verfassung und Wahlen sollen dort diskutiert werden.

    Dennoch sollte man zunächst die Ergebnisse des Dialogs abwarten, schließlich habe es bereits viele erfolglose Versuche gegeben, Friedensgespräche zu Syrien auf die Beine zu stellen.

    Zudem sieht Assad auch die Uno in der Verantwortung. Wenn sie mit einer Beobachtermission am Friedensprozess in Syrien teilnehmen wolle, dann nur unter der Grundbedingung der unangefochtenen staatlichen Souveränität des syrischen Staates und des Selbstbestimmungsrechtes des syrischen Volkes.

    Im Oktober hatte Russlands Präsident Wladimir Putin die Einberufung eines Kongresses des Nationalen Dialogs vorgeschlagen.

    Der Kongress, zu dem Vertreter aller ethnischen und konfessionellen Gruppen Syriens, des offiziellen Damaskus sowie der Opposition eingeladen wurden, hätte am 18. November in Sotschi stattfinden sollen, wurde jedoch auf 2018 verschoben.

    Zum Thema:

    Pentagon-Chef kommentiert Zwischenfälle im Himmel über Syrien
    Nach Russlands Truppenabzug: USA wollen ihre Militärkräfte in Syrien behalten
    Syrien: US-Waffen nur 59 Tage nach Erwerb bei IS gelandet – Medien
    Syrien: Medien melden Abfangen von Su-25-Jets durch US-Bomber – Moskau dementiert
    Tags:
    Kampf gegen den Terror, Friedensgespräche, Al-Nusra-Front, IS, Baschar al-Assad, Wladimir Putin, Westen, Syrien, Frankreich
    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren