20:36 05 Dezember 2019
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    Ukraine: Inlandsgeheimdienst beschlagnahmt Bitcoins bei Journalisten

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    Der Inlandsgeheimdienst der Ukraine (SBU) hat bei dem Gründer eines russischsprachigen Portals über Kryptowährungen in Odessa Bitcoins beschlagnahmt und versucht, diese auf eine private digitale Geldbörse zu überweisen, meldet „Vestifinance“ am Montag.

    Der Vorfall hatte sich am 15. Dezember ereignet. Der SBU durchsuchte in Odessa die gemietete Wohnung von Anatoli Kaplan, dem Gründer des Portals ForkLog.

    Grund dafür sei ein Strafverfahren gegen eine Gruppe von Personen aus den USA und der Ukraine, die nach Ermittlungsangaben ein kriminelles Schema zur Aneignung von Geldmitteln von Zahlungskarten Dritter entwickelt haben sollen.

    Diese verdächtigen Personen teilten dem SBU mit, sie hätten mit Hilfe des Portals ForkLog Bitcoins gegen ukrainische Griwna umgetauscht. Das Portal selbst dementierte diese Information, denn es sei auf dem Portal technisch unmöglich, solche Operationen durchzuführen. Keiner der Verdächtigen hat laut ForkLog etwas mit dem Portal oder seinem Gründer zu tun.

    Während der Durchsuchung beschlagnahmten SBU-Mitarbeiter Computer, auf denen Kryptowährung aufbewahrt war, und andere private Dinge von Kaplan.

    „Dabei hat einer der SBU-Mitarbeiter versucht, während der Untersuchung Bitcoins auf seine Geldbörse zu überweisen. Der Anwalt von Kaplan rief die Polizei an und meldete den mutmaßlichen Raub“, so das Portal.

    Am nächsten Tag wurden von Kaplans Cyberwallet alle Ethereum-Münzen auf ein anders E-Wallet überwiesen. Nach Angaben von Kaplan gehört es SBU-Mitarbeitern. Darüber hinaus habe es auch Versuche gegeben, von seiner privaten Bankkarte eine Geldsumme in Höhe von 3000 Griwna (umgerechnet etwa 110 US-Dollar) abzuheben.

    „Dieser Vorfall ist eine Warnung an alle, die mit Blockchain-Technologien zu tun haben. Dabei spielt es keine Rolle, inwieweit ihr öffentlich seid“, so Kaplan.

    Laut ForkLog begannen 2015 in der Ukraine Durchsuchungen in IT-Unternehmen, nachdem rund 2500 qualifizierte Fachleute das Land verlassen hatten. Die Verluste des ukrainischen IT-Sektors aufgrund der Maßnahmen der Sicherheitskräfte des Landes beliefen sich auf etwa 40 Millionen US-Dollar.

    Im Zusammenhang mit dem Wachstum der Kryptowährungsbranche im Jahr 2017 habe der Sicherheitsdienst der Ukraine begonnen, gezielte Durchsuchungen bei Firmen zu unternehmen, die sich mit Kryptowährungen beschäftigen, obwohl diese Tätigkeit im Land gesetzlich nicht verboten sei, so das Portal.

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    Tags:
    Kryptowährung, Bitcoin, ForkLog, Inlandsgeheimdienst der Ukraine (SBU), Odessa, Kiew, Ukraine