06:13 17 November 2019
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    Russlands Truppen-Abzug aus Syrien (Archiv)

    Russlands Abzug aus Syrien: Moskau zeigt neue Art der Krisenreaktion – Ex-Stabschef

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    Dass Russland seine Truppen aus Syrien abzieht, ist ein Beispiel für einen neuen Ansatz der Krisenlösung, sagte der Ex-Generalstabschef der serbischen Truppen, Branko Krga, im Sputnik-Interview. Es sei friedensfördernd, dass eine Großmacht das Gebiet räumt und es lokalen Politikern und Generälen überlässt, wenn bestimmte Aufgaben erledigt sind.

    Truppenabzug bedeutet immer: Der Höhepunkt einer Krise ist überschritten, sagt der Experte. In diesem konkreten Fall heißt das: Der IS ist zerschlagen. Daher müsse jeder, der sich für den Frieden in Syrien stark macht, Moskaus Schritt befürworten.

    Die USA hingegen wollen, dass ihre Truppen in Syrien bleiben. Und da es mehr als genug Beweise dafür gebe, dass Washington Regierungsfeinde unterstützte, werde der syrische Präsidenten diesen Schritt sicherlich nicht gutheißen. Zumal: „Wenn die USA präsent sind, dann nie passiv“, betont der General.

    Derweil sei zu beobachten, so Krga, wie Russland im Nahen Osten zusehends an Einfluss gewinnt: „In den letzten Monaten hatte Putin Kontakt zu den Machthabern wichtiger Zentren dieser Region: Saudi-Arabien, Iran, die Türkei und jetzt Ägypten. Es wird deutlich, wie geschickt und gesittet sich die Russen gegenüber den Vertretern der muslimischen Welt verhalten. Offenbar wendet Russland die Kunstfertigkeit im Umgang mit den eigenen muslimischen Teilrepubliken jetzt auch im globalen Maßstab an“, sagt der Militärexperte.

    Dies geschehe überdies, während Donald Trump mit seinem Jerusalem-Beschluss die Konflikte im Nahen Osten weiter anheize. Es bleibe nur zu hoffen, die Palästinenser und die Israelis würden zur Einsicht kommen, dass eine Lösung nur am Verhandlungstisch zu erzielen sei, sagt der Experte.

    Ein weiterer Krieg wird keinem nützen“, mahnt er. „Die Philosophie der Israelis hinsichtlich der Palästinenser ist, dass man den passenden Augenblick in den internationalen Beziehungen abwarten muss, um diesen dann für sich zu nutzen. Vom Standpunkt nationaler Interessen aus betrachtet, ist das keine schlechte Philosophie. Bleibt nur die Frage, ob das international auch so ankommt.“

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