18:13 18 Dezember 2018
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    Britische Premierministerin Theresa May

    Pseudobedrohung: London und Warschau stellen sich gegen „russische Propaganda“

    © Sputnik / Alex McNaughton
    Politik
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    Großbritannien und Polen werden ein gemeinsames Projekt gegen „russische Informationsoperationen“ in Osteuropa starten. Das wird heute die britische Premierministerin Theresa May verkünden, wie Sputnik aus der britischen Regierungskanzlei erfuhr.

    Demnach will May bereit die Zusammenarbeit mit Polen im Kampf gegen „russische Fake News“ zu festigen. Dabei handle es sich unter anderem um „neue gemeinsame Kommunikationsprojekte“.

    Großbritannien stelle dafür fünf Millionen Pfund bereit, ebenso viel wie Polen. Im Rahmen des Projekts soll der von Polen finanzierte Fernsehsender „Belsat“ unterstützt werden, der die Weißrussen schon seit vielen Jahren mit „objektiven und fairen Nachrichten“ versorgt.

    London und Warschau wollen das Projekt wenige Tagen vor dem Moskau-Besuch des britischen Außenministers Boris Johnson besiegeln.

    May reist am heutigen Donnerstag nach Warschau, wo sie am jährlichen bilateralen Gipfeltreffen teilnimmt. Ihre Visite soll Londons Willen zur Festigung der gegenseitigen Beziehungen zeigen, besonders im Zusammenhang mit dem für das Frühjahr 2019 angesetzten Brexit.

    Der britische Außenminister sowie seine Kollegen aus dem Finanz-, Innen- und Verteidigungsministerium begleiten May während ihrer Reise nach Polen. 

    „Obwohl Großbritannien aus der EU austritt, verlassen wir Europa nicht. Ich bestätige dem polnischen Ministerpräsidenten, dass wir mit seinem Land und mit anderen EU-Mitgliedern in Sachen der Verteidigung unserer Bürger, der Interessen und Werte weiter zusammenarbeiten werden“, heißt es im dem Sputnik vorliegenden Wortlaut von Mays Rede.

    Beide Länder wollen einen Vertrag über gegenseitige Kooperation im Bereich Verteidigung unterzeichnen. Die britische Premierministerin soll auch die Intensivierung der bilateralen Zusammenarbeit auf dem Gebiet Cybersicherheit verkünden. Eine Delegation polnischer Spezialisten wird das britische National Cyber Security Center (NCSC) voraussichtlich im März 2018 besuchen.

    der Kreml (Symbol)
    © Sputnik / Alexej Druzschinin/Anton Denisow/Pressedienst des Präsidenten Russlands
    Westliche Politiker werfen Russland vor, gezielte Desinformationskampagnen zu betreiben und sich in innere Angelegenheiten anderer Länder einzumischen. Dieses Thema macht letztens Schlagzeilen, obwohl keine konkreten Beweise vorgelegt werden. Russland weist den Vorwurf von sich.

    Im November 2016 hatte das Europäische Parlament eine Resolution verabschiedet, die Russland unterstellt, oppositionelle politische Parteien und andere Organisationen in der EU finanziell zu unterstützen — mit der Absicht, den politischen Zusammenhalt der Gemeinschaft zu schwächen. Laut dem Papier gehe die größte Gefahr für die Europäische Union von der Nachrichtenagentur Sputnik, dem Fernsehsender RT, der Stiftung Russkij Mir und von der russischen staatlichen Agentur Rossotrudnitschestwo aus.

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    Tags:
    Fake-News, Brexit, Propaganda, Cybersicherheit, EU, Boris Johnson, Theresa May, Weißrussland, Moskau, Russland, London, Warschau, Großbritannien, Polen