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15:49 19 August 2019
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    Ramsan Kadyrow

    Magnitski-Liste: Sanktionierter Tschetschenien-Chef nimmt’s mit Humor

    © Sputnik / Maxim Blinow
    Politik
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    Der Präsident der russischen Teilrepublik Tschetschenien, Ramsan Kadyrow, hat auf die Entscheidung des US-Finanzministeriums reagiert, ihn auf die Sanktionsliste zu setzen.

    „Also, mir ist die Einreise nach Amerika verboten worden. Will ich aber überhaupt ein Visum beantragen? Habe ich überhaupt Aktiva in US-Banken? Ich habe zuvor schon mal gesagt, und jetzt muss ich’s für besonders Vergessliche wiederholen, dass ich nicht in die USA reisen würde, nicht einmal wenn mir alle Währungsvorräte des Landes als Preis angeboten würden“, schrieb Kadyrow am Mittwochabend in seinem Instagram-Account.

    Ihm zufolge kann er darauf stolz sein, dass er den US-Geheimdiensten missliebig und unbequem geworden ist. Wie er betonte, widmete er sein Leben dem Kampf gegen ausländische Terroristen, unter denen auch „Schützlinge der US-Geheimdienste“ seien. Gerade das, so Kadyrow weiter, können die USA ihm nicht verzeihen. Außerdem würden in Tschetschenien Frieden und Stabilität herrschen, während „die USA Blut auf der ganzen Welt vergießen“.

    „Also, wem weint die Liste nach? Kadyrow oder US-Politikern und Generälen?“

    „Offener Idiotismus“

    Die Aufnahme von Kadyrow in die sogenannte „Magnitski-Liste“ hat auch Franz Klinzewitsch, Vizechef des Verteidigungsausschusses im Föderationsrat (russisches Parlamentsoberhaus), kommentiert. Ihm zufolge ist die Entscheidung des US-Finanzministeriums nicht nur ein Ausdruck von Russophobie, sondern „offener Idiotismus“.

    „Tschetschenien stellt heute eine Insel der Stabilität in der muslimischen Welt dar, indem es zu einem ernsthaften Hindernis für die Verbreitung des internationalen Terrorismus geworden ist. Klar, dass die östliche Spezifik auch dabei ist. Aber Kadyrow tut im Rahmen des Gesetzes das, was er auch tun soll“, so Klinzewitsch.

    Laut dem Pressesprecher des russischen Präsidenten Wladimir Putin, Dmitri Peskow, wird der Kreml höchstwahrscheinlich auf die Aufnahme von Kadyrow in die „Magnitski-Liste“ nach dem sogenannten Spiegel-Prinzip reagieren. „Sie haben wenige solche Menschen“, sagte Peskow auf die Frage, wer von der amerikanischen Seite dem tschetschenischen Republikchef gleichgestellt werden könnte.

    Am Mittwoch hatte das US-Finanzministerium fünf Bürger Russlands, darunter Kadyrow, auf seine Sanktionsliste gesetzt. In einer Erklärung hieß es, dass ein politischer Gegner des Tschetschenien-Chefs auf dessen Befehl ermorden worden sei.

    Der „Magnitsky Act“ wurde von den USA Ende 2012 mit dem Ziel angenommen, russische Amtsträger zu bestrafen, die aus Sicht der US-Behörden den Tod des Wirtschaftsprüfers des Fonds Hermitage Capital, Sergej Magnitski, in einem Moskauer Gefängnis und damit die Verletzung der Menschenrechte verschuldet haben sollen. Die Liste mit den Namen dieser Amtsträger wird auch als „Magnitski-Liste“ bezeichnet.

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    Tags:
    Verletzung der Menschenrechte, Stabilität, Einreise, US-Banken, Aktiva, Sanktionsliste, Magnitski-Liste, Kreml, US-Geheimdienste, Instagram, Föderationsrat, Verteidigungsausschuss, US-Finanzministerium, Sergej Magnitski, Franz Klinzewitsch, Dmitri Peskow, Wladimir Putin, Ramsan Kadyrow, USA, Tschetschenien, Russland