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13:17 17 Juli 2019
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    US-Präsident Donald Trump

    Ex-Diplomat über Trump: „Wenn nur ein Hammer da ist, wird jedes Problem ein Nagel“

    © REUTERS / Jonathan Ernst
    Politik
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    US-Präsident Donald Trump droht Staaten mit dem Entzug von Finanzhilfen, falls sie bei der UN-Vollversammlung über Jerusalem gegen die USA stimmen. Für den ehemaligen deutschen Uno-Botschafter Dr. Thomas Matussek ist dieses Drohszenario nichts Ungewöhnliches.

    Der US-Präsident betrachte die Außenpolitik als ein Nullsummenspiel und mit Multilateralismus könne jener nicht sehr viel anfangen, erklärt der Ex-Diplomat gegenüber Sputnik. Laut Dr. Matussek gilt daher für Trump der alte Spruch: „Wenn das einzige Instrument, was man hat, ein Hammer ist, dann sieht jedes Problem wie ein Nagel aus: immer feste drauf.“ Allerdings habe sich in der Vergangenheit gezeigt, dass nicht jede Drohung so wirksam sei, dass die Adressaten gleich einknickten. „Ich glaube, diese Drohung wird recht wirkungslos verpuffen“, vermutet der ehemalige Botschafter.

    Trotzdem werde Trump versuchen sich durchzusetzen.

    „Aber er kann nicht alles durchziehen, was er sich vorgenommen hat. Es sitzen noch andere Akteure mit am Spieltisch.“ Zudem sei es für die Mitglieder des Sicherheitsrates eine Frage der Ehre, ob sie angesichts dieser Drohung ihr Gesicht verlieren wollen und einknicken. Oder ob sie sagen: „Wir sind unserer großen Aufgabe als Mitglieder des Sicherheitsrates stärker verpflichtet als den Amerikanern.“

    Für Matussek steht fest: Je nachdem, wie die von der Türkei und dem Jemen eingebrachte Jerusalem-Resolution aussehen wird, werden die USA als ständiges Mitglied im Rat von ihrem Veto-Recht Gebrauch machen und sie verhindern. Wie schon am vergangenen Montag, als die Amerikaner mit ihrem Veto eine Resolution des UN-Sicherheitsrats verhinderten, in der Trumps Jerusalem-Entscheidung verurteilt wird. Alle anderen 14 Ratsmitglieder stimmten dafür.

    Das komplette Interview mit Herrn Dr. Matussek finden Sie hier:

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    Tags:
    Kritik, Präsident, Ex-Botschafter, UN, Donald Trump, Deutschland, USA