07:42 17 August 2018
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    Dolmetscher des ukrainischen Premiers Stanislaw Jeschow (Archivbild)

    London in Aufruhr: „Russischer Spion“ in Mays Büro fotografiert

    © REUTERS / Anastasia Sirotkina
    Politik
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    Großbritanniens Premierministerin Theresa May musste der britischen Presse Rede und Antwort stehen: Ob es ihr klar sei, dass sie einen „russischen Spion“ in der Downing Street empfangen und mit ihm sogar für ein Foto posiert habe, wollten Journalisten wissen.

    Der „russische Spion“ sei in jenem Verhandlungszimmer in der Residenz der britischen Premierministerin gewesen, in dem Theresa May und ihr ukrainischer Amtskollege Wolodymyr Hrojsman über Brisantes verhandelt hätten, berichtete „Sky News“.

    Der angebliche russische Spion heißt Stanislaw Jeschow und ist Dolmetscher des ukrainischen Premiers. Medien haben berichtet, dass er am 20. Dezember wegen Verdachts auf Spionage in Kiew festgenommen wurde. Er soll vom russischen Geheimdienst angeworben worden sein.

    Nach dieser Meldung sind in der britischen Presse und den sozialen Netzwerken Fotos erschienen, die die britische Premierministerin und ihren ukrainischen Amtskollegen im besagten Verhandlungszimmer zeigen – im Beisein Jeschows. Dieser hatte bei dem Gespräch für Wolodymyr Hrojsman gedolmetscht.

    „Bilaterale Treffen sind für Staats- und Regierungschefs die Möglichkeit, ehrlich und offen miteinander zu sein, was sie sich in der Öffentlichkeit nicht erlauben können. Den mir vorliegenden Informationen zufolge haben Theresa May und ihr ukrainischer Kollege damals die Sanktionen gegen Russland und die britische Unterstützung für die Ukraine besprochen“, sagte eine Sky-Korrespondentin. „Es ist nicht ausgeschlossen, dass May sagte, inwiefern Großbritannien bereit oder nicht bereit ist, die Ukraine zu unterstützen, und dieses Detail könnte für Moskau sehr wertvoll sein.“

    Auf die Frage, ob sie denn im Zusammenhang mit den veröffentlichten Fotos besorgt sei, sagte May, sie sei über den ukrainischen Staatsbürger informiert, der zuvor die Downing Street besucht habe. Doch mit diesem Problem umzugehen, sei die Aufgabe der ukrainischen Regierung.

    Die ukrainische Redaktion von „Radio Free Europe“ hat indes auf ihrem Portal weitere Fotos veröffentlicht, auf den Jeschow mit anderen europäischen Politikern zu sehen sei.

    Der ukrainischen Geheimdienst SBU behauptet, Jeschow sei von Russland angeworben worden, als er in der ukrainischen Botschaft in den Vereinigten Staaten tätig gewesen sei. Erst im Mai letzten Jahres jedoch war Stanislaw Jeschow von ukrainischen Geheimdiensten auf mögliche belastende Verbindungen zu Geheimdiensten der ehemaligen Sowjetunion überprüft worden. Offenbar sahen die Ermittler nach der Überprüfung keinen Anlass, Jeschow aus seinem Amt zu entlassen.

    Der Sprecher des russischen Präsidenten Dmitri Peskow kommentierte die Situation ähnlich wie die britische Premierministerin: „Wir haben die Nachricht gelesen, verfügen jedoch über keinerlei Informationen“, sagt er.

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    Tags:
    Militärgeheimnisse, Gefahr, Skandal, Spionage, Theresa May, Wladimir Groisman, Großbritannien, Russland, Ukraine
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